Reformationsjubiläum in Bayern
Schon 25.000 Menschen sahen Luther-Kolumbus-Ausstellung Kultur in Nürnberg

Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg erwartet am Mittwoch den 25.000sten Besucher der aktuellen Sonderausstellung „Luther, Kolumbus und die Folgen“. Am Mittwoch (27. September) werde man diese Person mit einer Playmobil-Luther-Figur überraschen, teilte das Museum am Montag mit.

Die Schau zum 500. Reformationsjubiläum zeigt noch bis zum 13. November, wie die Ideen und Entdeckungen von Martin Luther (1483-1546), Christoph Kolumbus (um 1451-1506) und Nikolaus Kopernikus (1473-1543) die bis dahin bekannte Welt zu Beginn des 16. Jahrhunderts durcheinanderbrachten.

Anhand von Karten, Globen, Schriften und Gemälden wird die hohe Veränderungsbereitschaft der Epoche gezeigt. Das überlieferte Wissen werde zunehmend hinterfragt, erklärte Ausstellungskurator Thomas Eser. Wissenschaftler entdeckten mit dem nun erfundenen Fernrohr einen neuen Kosmos und blickten per Autopsie in das Innerste von Menschen, Tieren und Pflanzen. Die Sonderschau wirft dabei auch immer wieder einen amüsierten Blick darauf, wie sich der damalige Europäer Azteken oder Kannibalen vorstellte.

Dem gegenüber stand eine Verunsicherung der Menschen. Martin Luther selbst und viele seiner Zeitgenossen waren überzeugt, sie würden bald den Jüngsten Tag erleben, sagte Mitkuratorin Stephanie Armer. Der Himmel schickte ihnen immer wieder endzeitliche Zeichen per Blitzhagel oder Nordlichter, wie Flugschriften aus dieser Zeit belegen.

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