Reformationsjubiläum in Bayern
"Eine stille und starke Seele"
Amalie Rehm

Die Arbeit von Wilhelm Löhe ist nicht nur Kennern der bayerischen Kirchengeschichte wohlbekannt – der lutherische Pfarrer gründete die Diakonie in Neuendettelsau, die heute in ganz Bayern tätig ist. Aber wer waren eigentlich die Frauen, die sich auf dieses Wagnis einließen, ihr gewohntes Leben aufgaben und als erste Diakonissen arbeiteten?

Eine von ihnen war Amalie Rehm. Die Pfarrerstochter aus Memmingen sah die Not der Menschen im 19. Jahrhundert, die durch die Industrialisierung und die harten Arbeitsbedingungen in den Fabriken entstanden war. So zögerte sie nicht lange, sich Wilhelm Löhe anzuschließen und baute tatkräftig die Diakonie mit auf. Sie gestaltete als erste Oberin den Unterricht für die Schwestern, reiste zu Konferenzen und behielt den Überblick über Abrechungen und Haushalt. Hatte es anfangs noch nicht einmal ein eigenes Gebäude für die Schwestern gegeben, so gab es bei Amalie Rehms Tod viele verschiedene Einsatzfelder und Häuser: Krankenpflege, Arbeit mit Menschen mit Behinderungen, die Reintegration von Prostitutierten in die Gesellschaft, Hilfe für Waisenkinder, Ausbildungsstätten… Vieles davon existiert bis heute.

Obwohl Amalie Rehm so viel aufgebaut hat, ist über sie wenig bekannt. Ihre eigenen Gedanken machte sie wenig zum Thema; vielmehr war sie immer für andere da und lebte ganz für die Diakonie. In ihrer Begräbnisrede heißt es treffend: Sie war als „stille und starke Seele der Halt der ganzen Schwesternschaft“.

©Zentralarchiv Diakonie Neuendettelsau

Amalie Rehm ist eine der Persönlichkeiten, die im Bayerischen Garten in Wittenberg Neuaufbruch und Wachstum in Bayern zeigen.

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