Reformationsjubiläum in Bayern
Reformationsjubiläum hat Ökumene weitergebracht

Das Gedenkjahr zu 500 Jahren Reformation hat die Ökumene nach Einschätzung des EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich-Bedford-Strohm vorangebracht.

„Die Tiefe der religiösen Erneuerungsbewegung, die Martin Luther vor 500 Jahren angestoßen hat, trennt uns nicht mehr, sie verbindet uns“, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in einem ökumenischen „Christusfest-Gottesdienst“ in der Trierer Konstantin-Basilika. Ähnlich äußerten sich Vertreter anderer Kirchen.

Zwar sei das „Einsammeln der Früchte“ des Reformationsjubiläums noch lange nicht beendet, sagte Bedford-Strohm in dem Gottesdienst, zu dem die EKD ihre ökumenischen Partnerkirchen eingeladen hatte. Aber schon jetzt lasse sich sagen: „Dieses Jahr hat uns ökumenisch weitergebracht.“ Der Glaube an den Kreuzestod und die Auferstehung Jesu verbinde alle Christen, aus dieser Quelle heraus könnten sie „dieser beunruhigten und verunsicherten Welt Trost und Orientierung geben“. Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Verantwortlichkeit und Hunger und Durst nach Gerechtigkeit seien „keine Auslaufmodelle, sie sind Zukunftsmodelle“.

Auch Karl-Heinz Wiesemann, katholischer Bischof von Speyer und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), zog eine positive Bilanz des 500. Reformationsjubiläums. Zwar hätte es mehr Anlässe wie in Trier geben können, in denen die Vielfalt der christlichen Konfessionen sichtbar werde. Die ACK-Kirchen seien sich aber einig: „Der größte Erfolg des Reformationsjubiläums ist es, dass wir uns nicht auseinandergelebt haben, sondern im Gegenteil enger zusammengewachsen sind“.

Der Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Christoph Pistorius, hob ebenfalls die Bedeutung des Reformationsgedenkens für die Ökumene hervor. Er fügte aber hinzu: „Bei aller Freude über Gelungenes wissen wir um die Grenzen unseres Bemühens.“ Daher bleibe das Leitwort der Wallfahrt 2012 aus dem Trierer Pilgergebet die Bitte: „Und führe zusammen, was getrennt ist.“

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann erinnerte an die Tradition des sogenannten Heiligen Rockes in Trier. Die Reliquie der Tunika Christi sei in früheren Jahrhunderten Gegenstand heftiger konfessioneller Polemik gewesen und in der jüngsten Vergangenheit zum Anlass vielfältiger ökumenischer Begegnungen geworden, lobte er. Als Beispiele nannte Ackermann die beiden Heilig-Rock-Wallfahrten 1996 und 2012.

Der Gottesdienst zählte zu den Höhepunkten des Veranstaltungsmarathons zum Reformationsjubiläums und wurde am „Tag der Kreuzerhöhung“ gefeiert, den Katholiken und Orthodoxe am 14. September begehen. An der liturgischen Gestaltung beteiligten sich auch die stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende und westfälische Präses Annette Kurschus, EKD-Synodenpräses Irmgard Schwaetzer, der Superintendent des Kirchenkreises Trier, Jörg Weber, der Vorsitzende der Ökumenekommission der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Gerhard Feige, sowie der griechisch-orthodoxe Metropolit Augoustinos und der orthodoxe Erzpriester Radu Constantin Miron.

Bild © Rike / pixelio

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