Reformationsjubiläum in Bayern
Luther und die Juden

Sagt Thomas Kaufmann, evangelischer Theologe und Kirchenhistoriker. Er hat sich intensiv mit dem Leben Martin Luthers beschäftigt. Zunächst war Luther noch tolerant gegenüber den Juden. War Jesus doch selbst Jude.

Als sich Luthers Hoffnung, dass aus Juden Christen werden nicht erfüllt, wird er zum Judenhasser. Nachzulesen in seiner Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“.

Eine Steilvorlage später für die Nazionalsozialisten im 3. Reich. Für Pfarrer Ernst Reichold aus Regensburg ist Luthers Schrift zu den Juden beschämend.

Martin Luther der kaum einen Juden kannte munitionierte seine Vorurteile wiederum aus der Übersetzung eines jüdischen Gebetsbuches des Regensburger Anton Margaritha von 1531. Spross einer alten Rabbinerfamilie, der zum Christentum konvertierte, erzählt Pfarrer Reichold.

Luther hat Margarithas Schriften als Steinbruch verwendet.

Und so missfällt es manchem evangelischen Christen heute, dass Luther so sehr im Zentrum der Feierlichkeiten zum Reformationsjahr steht.

Hubert Mauch evangelische Redaktion.

Bild © by-sassi / pixelio