Reformationsjubiläum in Bayern
Gerehu-Gäste im Dekanat Donauwörth

Im Rahmen einer Erwachsenenbegegnung sind acht Gäste aus Gerehu/ Port Moresby im Mai 2017 ins Dekanat Donauwörth gekommen. Die Donauwörther haben mit den Gästen aus Papua-Neuguinea in der Zeit vom 9. Mai bis 7. Juni ein vielseitiges Programm vor Ort und außerhalb unternommen. Ein Highlight ist der Besuch des Kirchentags in Berlin und der Weltausstellung in Wittenberg gewesen.

Partnergemeindebegegnungen mit Gerehu/Papua-Neuguinea sind nichts Neues im Dekanat Donauwörth. So wurde diese Erwachsenenbegegnung bei der Jugendbegegnung in Port Moresby im Jahr 2015 vorbereitet: Gäste aus Gerehu sollten an den Reformationsfeierlichkeiten in Deutschland teilnehmen. Im Vorfeld galt es, viel organisatorische Arbeit auf den Weg zu bringen. Die Sicherstellung der Finanzierung und Schwierigkeiten bei den Visa-Beantragungen mussten gemeistert werden. Die Donauwörther Organisationsgruppe hat in vielen Treffen ein anspruchsvolles Programm auf die Beine gestellt.

Eingangswoche in Donauwörth: Gemeinsam beten, leben, lachen

Die Eingangswoche mit dem intensiven Zusammenleben im Jugendhaus Schopflohe vor Ort sei besonders gut angekommen. Einfach Zeit miteinander zu verbringen und das voneinander Erzählen hätten die intensivsten Eindrücke hinterlassen. Lebendigkeit durfte in der Begegnung durch das Teilen von Ideen und Träumen, gemeinsames Beten, Singen und Lachen sowie lange Spaziergänge entstehen, wie Pfarrer Wolfgang Gronauer von den Erlebnissen vor Ort im Dekanat Donauwörth berichtet.

Dort sein, wo Luther wirkte – in aller Vielfalt und Ambivalenz

Wichtig war für die Gäste auch der Besuch Wittenbergs als Lutherstadt. Dort zu sein, wo Luther wirkte. So zählten neben der Eingangswoche auch der einwöchige Aufenthalt in Potsdam/Berlin mit zu den Höhepunkten der Begegnung – hier besonders der Besuch der Weltausstellung und des Jubiläumsgottesdienstes in Wittenberg. Im Unterschied zu den deutschen Gastgebern hätte das Interesse der Gäste weniger der Geschichte als dem Einkauf von Souvenirs gegolten. Nur die Deutschen hätten wiederum anklingen lassen, dass es wenige Besucher auf der Weltausstellung gegeben hätte. Ein Aufreger auf Seiten der Gäste: Ein nackter Luther, der bei einer kleinen Demonstration des Bundes für Geistesfreiheit zu sehen gewesen sei. Noch über die ganze Zeit der Begegnung hinweg sei angeregt über die Rolle der Kirchen in der Gesellschaft und über die Glaubensfreiheit diskutiert worden.

Was bleibt und was kommt

Die gemeinsamen Gottesdienste und Andachten wie auch durchgemachte Nächte seien eine große Bereicherung gewesen – darunter viele Begegnungen, Gespräche und Diskussionen um den Themenkomplex „Das Verhältnis von Kirche und Staat“. Beiderseits existiere ein großes Bedürfnis für eine nächste Begegnung im Jahr 2019. Konkret angedacht sei eine Erwachsenenbegegnung in Papua-Neuguinea. Zunächst solle noch eine zu lösende Finanzierung durch Selbstbeteiligung der Gäste für 2017 auf den Weg gebracht werden, die als Knackpunkt verblieben sei. In 2018 hoffe man auf einen Ausgleich. Denn die Macher hoffen auf eine einvernehmliche Lösung, damit an einer funktionsfähigen Partnerschaft und den beabsichtigten Plänen für die Zukunft auch weiterhin festgehalten
werden könne.

 

Text: Diana Schmid
Bilder: Partnerschaftskreis Donauwörth, Ebermergen

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