Reformationsjubiläum in Bayern
Fränkische Lebensbilder im Fokus der Reformation

Die Ausstellung wurde vom Dachverband des Frankenbundes unter der Leitung der Vorsitzenden für Mittelfranken Evelyn Gillmeister-Geisenhof erstellt.

Die Wanderausstellung präsentiert Personen aus der Anfangszeit der Reformation, die in Franken lebten, wirkten und Stellung zur neuen Lehre bezogen. Die Biografien gewähren individuelle Einblicke in die Ausbreitung und Motive der Reformation. Der zeitliche Aktionsradius der Lebensbeschreibungen bewegt sich zwischen 1450 und1550.

Der Bogen der elf Biografien spannt sich vom Ansbacher Markgrafen über seinen Kanzler Georg Vogler, Lazarus Spengler, den Windsheimer Bürgermeister Sebatian Hagelstein, den Ansbacher Stadtpfarrer Johann Rurer, Johannes Teuschlein, Argula von Grumbach, Primus Truber, Hans Böhm, der Nonne Caritas Pirckheimer bis hin zum Landpfarrer Georg Hausecker. Die Lebensbilder vermitteln Einblicke in den religiösen, soziokulturellen und politischen Zeitgeist des 16. Jahrhunderts in Franken. Sie zeigen, wie vielfältig die Konfessionsbildung verlief und auf welche Widerstände sie traf. Sie veranschaulichen auch, dass die Einführung der Reformation nicht gradlinig verlief und ebenfalls ein Resultat der facettenreichen Regionalgeschichte und politischen Konstellation gewesen ist.

Eine Tafel beschreibt anhand des Weißenburger Konfessionsbildes und der Kircheninventarien aus dem Stadtarchiv Weißenburg den Auseinandersetzungsprozess über die Amts- und Standeskleidung der evangelischen Pfarrer, die nach anfänglichen Irritationen im Gottesdienst über ihrem schwarzen „Gelehrtenrock“ das katholische Chorhemd und auch die Kasel trugen.

Ein weiteres Ausstellungsergebnis verweist auf eines der Erfolgsrezepte der neuen Lehre: die Vernetzung ihrer Vorkämpfer, ihr intensiver Austausch über neu erschienene Schriften und Ideen sowie ihre Mobilität – Eigenschaften, die die heutige Gesellschaft gerne für sich reklamiert. Eine Karte verdeutlicht die wesentlichen Wegstationen der in der Ausstellung vorgestellten Persönlichkeiten.

Die Ausstellung basiert auf der Idee der Ausstellungskuratorin Evelyn Gillmeister-Geisenhof, den regionalhistorischen Zusammenhang der Reformation  über die Darstellung einzelner Menschen der damaligen Zeit in Franken erfahrbar zu machen. Unter ihrer Leitung bildete sich ein hoch motiviertes Projektteam aus Historikern, Theologen und Kunsthistorikern.

Information

Evelyn Gillmeister-Geisenhof
Bezirksvorsitzende des Frankenbundes für Mittelfranken und Kuratorin der Ausstellung
gillmeister-geisenhof@gmx.de
Tel.: 09149/ 90 86 88 oder -/ 215

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