Reformationsjubiläum in Bayern
„Die Lutherstatue ins Licht gesetzt“
Von der unerwarteten Wandelbarkeit einer Statue

Die Stadt Weißenburg weiß, wie Interesse geweckt wird. Die imposante Lutherstatue auf dem dementsprechend benannten Martin-Luther-Platz in der Altstadt zieht regelmäßig zahlreiche Touristen und Pilger an und gilt als Stolz der ganzen Stadt. Eine Bewohnerin hat sich besonders mit diesem Kunstwerk beschäftigt – man könnte schon sagen, sie habe die Statue genauestens studiert – und sie sich zu Nutzen gemacht. Die Fotografin Gerhild Wächter schoss drei Jahre lang professionelle Bilder der Lutherstatue zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten. Das Ergebnis waren sagenhafte 16000 Bilder desselben Motivs aus unterschiedlichsten Perspektiven, Lichtverhältnissen und Kontexten. Eine solche Leistung verdient Respekt – die Künstlerin wurde mit einer eigenen Ausstellung namens „DENK-MAL“ in der St. Andreas Kirche in Weißenburg belohnt. Die feierliche Eröffnung der Fotografie-Ausstellung fand zu Jahresbeginn statt und wurde musikalisch umrahmt mit Orgel und Flöte, gespielt von Kirchenmusikdirektor Michael Haag und „Jugend musiziert“-Preisträgerin Fiona Zimmermann. Besucher haben noch bis Oktober die Chance, die Fotografien zu betrachten und Luther durch die visuelle Darstellung persönlich zu entdecken. Der Münchner Bildhauer Martin Mayer, der die Statue vor über 30 Jahren eigens errichtete und aufstellte, machte sich vor Ort ein Bild von der tausendfachen Ablichtung seines Werkes und war beeindruckt von Gerhild Wächter und ihrer Arbeit. Kein Wunder, denn die Fotografin, die schon seit längerer Zeit mit ihrer Familie in der Weißenburger Altstadt lebt, hat Übung in dem, was sie tut: Nachdem sie 1983 ihre Fachausbildung für Fotografie in Bukarest mit einer Meisterprüfung erfolgreich beendet hatte, widmete sie sich Kunstwerken, aus denen zahlreiche Ausstellungen hervorgingen; meistens mit christlichem Bezug. Zum Beispiel konnte man an den Weißenburger Kunsttagen schon ihre Engel-Installationen bewundern, sowie ihre angefertigten Scherenschnitte mit verschiedenen christlichen Themen. An ihrem jetzigen Fotografie-Kunstwerk arbeitete sie drei Jahre lang und wurde pünktlich zum Reformationsjahr fertig. Die Ausstellung verfolgt nämlich nicht nur den Zweck, die Aufmerksamkeit auf die beliebte Lutherstatue zu lenken, sondern auch auf die Bedeutung des Jahres 2017. Dieses Jahr feiert die Reformation ihr 500. Jubiläum und anlässlich dazu sollte Martin Luther wieder in das Blickfeld der Menschen gerückt und seinem historischen Wert gedacht werden. Die Ausstellung steht das ganze Reformationsjahr bis zum 31. Oktober 2017 zur Besichtigung zur Verfügung – für all die, die Luther dieses Jahr noch nicht die gebührende Aufmerksamkeit geschenkt haben.

Kommende Veranstaltungen
Alle Veranstaltungen