Reformationsjubiläum in Bayern
Die Große Krippe
Faszination für die Weltausstellung

Die Große Krippe im Bayerischen Garten  ist eine der Hauptattraktionen auf der Weltausstellung Reformation – das berichten uns die Gäste immer wieder. Neben dem Segensroboter der Hessischen Kirche, der zu Kritik und Nachdenken anregt, ist die Krippe mit ihren 2017 Holzstreben – für jedes Jahr seit Christi Geburt eine – eine der eindrücklichsten Darstellungen.

Wie Martin Luther Flugschriften nutzte, so möchte der Künstler Martin Burchard mit der Krippe ein Zeigwerk des Glaubens errichten: Es beginnt besonders dann zu leuchten, wenn die Freiwilligen den Gästen noch kleine Tipps geben. Denn viele erkennen die Krippe zunächst nicht: Von Bowling-Bahn bis zum Fahrradständer waren schon diverse Vermutungen dabei. Andere stehen direkt vor der Krippe und suchen sie, weil sie sich eine Weihnachtskrippe mit Krippenfiguren vorgestellt hatten. Aber was sie dann entdecken, überrascht und beeindruckt meist noch mehr. 2017 Jahre voller Erneuerungen, voller Aufbrüche und Entdeckungen.

Hier kann man sie nachlesen:  Daten der Großen Krippe

Und dazwischen kann man sich selbst im Spiegel der Krippe entdecken oder sogar an der Krippe verewigen. Inzwischen hängen schon viele Segenswünsche und bunte Bilder an den Holzstreben.

Ein Ort auch für besondere Begegnungen:

Ein Mann kam zu mir, lehnte sich an die Krippe. Ein wenig skeptisch und als könnte ihm das sowieso nichts sagen, blickte er auf die Daten am Zeitstrahl. Ich gehe zu ihm, wir kommen ins Gespräch. Die Krippe interessiert ihn herzlich wenig, 2017 Holzstreben hin oder her, auch die Ausstellung will er nicht sehen. Er sei doch aus der Nähe, habe beobachtet, was dieses Jahr so alles entsteht. Schon verrückt, diese Kirche. Er hat damit nichts zu tun. Er erzählt von seinem Haus an der Elbe, dem Hochwasser, dem Garten, der DDR. Dass er auf seine Frau wartet, die beim Friseur ist. Und plötzlich auch, dass sie gerade aus dem Krankenhaus kamen, wo sein Schwiegervater im Sterben liegt. Herzinfarkt. Es sehe schlecht aus. Ich bin überrascht über den Themenwechsel und frage vorsichtig nach. Was ist der Schwiegervater für ein Mensch? Fällt ein Abschied schwer? Was gibt ihm jetzt Halt? Auf die letzte Frage antwortet er nicht, kommt wieder auf Alltägliches zu sprechen, zündet sich eine Zigarette an. Und trotzdem bleibt er stehen, an die Krippe gelehnt; und mir bleibt dieses Bild im Gedächtnis, von dem Mann, der nahe am Verlust eines geliebten Menschen einfach so zu uns kommt (auch wenn er nie in die Kirche gehen würde) und sich an die Krippe lehnt.