Reformationsjubiläum in Bayern
Blaue Reformkiosk

StilleStoerung im Blauen Reformkiosk: Petra Annemarie Schleifenheimer nimmt Luther beim Wort

Fürth, 10. September 2017. Wer jemals einem Lästermaul einen Denkzettel verpassen wollte, dann doch Gewissensbisse bekam, aus seinem Herzen aber keine Mördergrube machen wollte,
der hat bestimmt so einiges ausposaunt – mindestens aber nach Herzenslust Martin Luther zitiert. Denn dessen derbem Sprachwitz entsprangen all diese Begriffe: Lästermaul, Denkzettel,
Gewissensbisse, aus seinem Herzen eine Mördergrube machen, etwas ausposaunen, Herzenslust. Auch dass der Mensch nicht vom Brot allein lebe, ist eine Schöpfung seiner Fantasie. Luther übersetzte nämlich nicht nur die Bibel, sondern erfand dabei auch noch jede Menge oft bildreiche Ausdrücke, mit denen sich die deutsche Sprache bis heute schmückt. Als der Reformator sich an sein Lebenswerk machte, musste er tatsächlich findig sein. Denn eine einheitliche deutsche Sprache gab es damals noch nicht.

Im temporären Kunstprojekt Blauer Reformkiosk haben sich Ruth Bergmann, Doris Henle und Sybille Fenzel von der Künstlerinnengruppe StilleStoerung mit dem Kunstprojekt „Aus  Wolken Brot backen“ bereits im kreativen Diskurs positioniert. Als Vierte im Bunde ergreift nun vom 22. September bis zum 3. Oktober 2017 Hausherrin Petra Annemarie Schleifenheimer das Wort. Und das kann man getrost wörtlich nehmen! Forscht die Künstlerin doch den Ursprüngen der lutherischen Begriffe auf ganz persönliche Weise nach. Sie verleiht in ihrer  künstlerischen Interpretation der lutherischen Sprache den pointierten Rahmen, der ihr gebührt. Mal charmant, mal ein wenig maliziös.

Auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Stadtverführungen am 22., 23. und 24. September 2017 dürfen sich auf die magische Überraschung freuen, die sie im Blauen Reformkiosk erwartet. Ist es Zauber oder Teufelei? Sind es Zeichen oder Wunder? Immerhin sah der Herr Luther ja manchmal selbst Gespenster und sogar den Teifi höchstpersönlich. Wer also etwas sieht, was eigentlich etwas völlig anderes ist, der weise Furcht und Illusion am besten für immer und ewig in ihre Schranken. Eines Tintenfasses bedarf es dabei im Blauen Reformkiosk übrigens nicht. Ort: Empfangsgarten des Fürther Stadtparks, Nürnberger Str. 15, Fürth, gegenüber der Auferstehungskirche.

Das Kunstprojekt ist jeweils freitags von 15-17 Uhr, samstags von 13-16 Uhr und sonntags von 11-16 Uhr geöffnet.

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