Reformationsjubiläum in Bayern
50-Euro-Goldmünze mit „Lutherrose“ vorgestellt
150.000-Stück-Auflage bereits vergriffen

Finanzminister Markus Söder (CSU) und die evangelische Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler haben am Mittwoch eine
„Lutherrosen“-Goldmünze präsentiert. Sie ist die erste 50-Euro-Goldmünze in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und wird anlässlich des 500. Reformationsjubiläums herausgegeben. „Die Lutherrose ist ein Symbol für Luthers Theologie“, sagte Söder bei der Vorstellung der Sammlermünze in München. Mit der Lutherrose auf der Goldmünze werde die Reformation und ihr Einfluss auf Politik, Religion und Kultur besonders gewürdigt.

Söder sagte, er denke, dass die katholische Kirche dankbar sei, dass Martin Luther die Kirche für alle geöffnet habe und insofern sei Luther unverzichtbar, sagte Söder. Als einziger Evangelischer im Bayerischen Kabinett freue er sich natürlich besonders, dass die Lutherrose auf der Goldmünze sei.

Regionalbischöfin Breit-Keßler hob hervor, dass man sich getreu Luthers Kritik mit Geld nicht von Sünden freikaufen könne. Doch in der Bibel stehe, dass nicht das Geld von Übel sei, sondern höchstens die Art, wie man damit umgehe. Fröhliche Geber habe Gott lieb, sagte Breit-Keßler. Für Luther sei Gold das höchste köstliche Erz gewesen. Dass Geld und Religion durchaus zusammenpassen, findet auch der Finanzminister. Schließlich habe auch Jesus sich am Liebsten mit Zöllnern umgeben, sagte Söder.

Mit einem Durchmesser von 20 Millimetern ist die Goldmünze etwas kleiner als ein 20 Cent Stück. Sie wiegt 7,78 Gramm. Es wurden 150.000 Stück angefertigt. Gestaltet wurde sie von der Künstlerin Adelheid Fuss (Geltow). Bei Sammlern ist die Münze offenbar heiß begehrt: „Die Münze wird heute erst offiziell ausgegeben und ist bereits vergriffen“, sagte Finanzminister Söder. Der Verkaufspreis liege eigentlich bei 332,67 Euro, aber wegen des großen Interesses der Sammler würden die Münzen mittlerweile schon für rund 600
Euro gehandelt.

Ob die Münze wieder aufgelegt wird, entscheidet das Bundesfinanzministerium. Die Regionalbischöfin will auf jeden Fall ein gutes Wort einlegen, wenn sie Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) demnächst trifft. Die „Lutherrose“ ist ein Symbol der evangelisch-lutherischen Kirchen. Martin Luther soll sie ab 1530 als Siegel für seine Korrespondenz genutzt haben. Die Inspiration für die fünfblättrige weiße Blüte mit einem roten Herz sowie einem schwarzen Kreuz erhielt er der Überlieferung nach während seiner Zeit als Augustinermönch.

Die evangelische Kirche feiert bis Oktober dieses Jahres 500 Jahre Reformation. 1517 hatte Martin Luther (1483-1546) seine legendären 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit veröffentlicht, die er der Überlieferung nach am 31. Oktober an die Tür der Wittenberger Schlosskirche genagelt haben soll. Der Thesenanschlag gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Reformation.

Text © epd

Bild © Bayerisches Staatsministerium der Finanzen

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