Reformationsjubiläum in Bayern
Bilder Skulpturen Reform

 

Kempten. Noch bis November werden in der Kemptener Innenstadt fünf überdimensionale Holz-Skulpturen des renommierten Bildhauers Josef Lang (Denklingen) ausgestellt. Unter dem Thema re:form sind die Figuren  anlässlich der Kemptener „Gespräche zur Zeit“ ausgewählt worden. Sie sind aus Massivholz und zwischen 3,20 und 3,40 m hoch. Laut Kurator Christian Hof, der die Ausstellung organisierte, soll diese „lebendige Kunstachse“ zum Gesprächsaustausch führen.

So steht beispielsweise „Der Suchende“ vor dem Eingangsbereich der St. Mang-Kirche. Passend dazu fand Anfang August ein Gespräch mit der Archäologin Dr. Tomoko Emmerling und Dekan Jörg Dittmar zum Vortrag „Fundsache Luther. Auf den Spuren des Reformators“ – Leben und Wirken Luthers rekonstruiert anhand von archäologischen Funden – statt. – Am 19. September stehen die Figuren bei der Kunstnacht Kempten im Blick. Die beiden Skulpturen „Rosa und Grünmann“ blicken einerseits aufs Rathaus, haben im Rücken aber auch den Kirchturm der St. Mang-Kirche. Sie symbolisieren die traditionellen Werte Familie und Partnerschaft.

Am 5. Oktober gibt es eine Museums-Matinee  „Heilige Berge, Heilige Heimat“ zu zeitgenössischer Kunst in Kirchen mit dem Künstler Roman Harasymiw, dem Pfarrer und Kunsthistoriker Dr. Jürgen Lenssen und dem Komponisten für zeitgenössische Musik Thomas Christoph Heyde. Dazu passt der Herzträger an der Prälat-Götz-Straße.

„Also ist die Kunst nicht menschlich, sondern göttlich“ ist der Vortrag am 5. November überschrieben, der sich auf den Ahnenträger an der Ecke „Stiftsplatz / Hildegardplatz“ bezieht. Laut Christian Hof fängt die Figur die skulpturale Thematik alter Heiligenfiguren auf. Das Thema wird in einer Gesprächsrunde von Professor Dr. Dietrich Wildung, Meisterhirt und Opernsänger Florian Karg und Ethnologe Emanuel Valentin diskutiert.

Die letzte Ausstellung in Kempten hatte Josef Lang vor 2000.  Das künstlerische Leben ist Josef Lang´s Lebensinhalt. Es war ihm immer ein Bedürfnis. Schon in seiner Jugend war es für ihn „normal“ so etwas zu machen. Die Skulpturen sind nicht nur aus dem Baum herausgeschält, sie zeigen eine innere Befindlichkeit, von der Seele über die Gedanken. Was ihm gefällt: „Das Aufschauen. Die Figur nicht mit einem Blick abhandeln. Man braucht eine Zeit, um sie zu umrunden. Mit jedem halben Meter erschließt sie sich anders, Perspektive, Proportionen…“

Text/Foto: Monika Rohlmann

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