Reformationsjubiläum in Bayern
Utopia Toolbox - Was willst du wirklich?
München 07. bis 23. Juli 2017

Als ökumenisches Projekt von St. Markus, Evangelischer Stadtakademie München und Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising zum Lutherjahr machte die UTOPIA TOOLBOX, ein Kunstprojekt der Augsburger Künstlerinnen Juliane Stiegele und Stefanie Kraut, zwei Wochen lang in München Station. Standorte waren der Geschwister-Scholl-Platz vor dem Hauptgebäude der LMU und der Platz vor der Markuskirche.

An beiden Orten wurden Interviews mit Passanten zum Thema geführt: Was willst Du wirklich? Wovon träumen Sie? Was können Sie heute als ersten Schritt tun, um diesem Traum näher zu kommen? Diese Interviews werden dokumentiert und als CD zusammengestellt.

Ergänzend zu den Interviews gab es ein reiches Begleitprogramm mit weiteren „Tools“: Filme mit gesellschaftlichen Visionen, „Der falsche Pfarrer“ – mehrfacher Predigertausch zwischen St. Paul und St. Markus, „Reformation quer gedacht“ – ein Vortrag von Harald Lesch über seine Einsichten bei der ZDF Produktion zur Reformation: 30 Tage war er mit der Eikon zu Lutherstätten gereist und hat die Geschichte der Anfänge der Reformation für das
Fernsehpublikum erklärt (s. Programmflyer).

Die UTOPIA TOOLBOX will Menschen motivieren, offene neue Zukünfte zu denken und Realisierungsschritte einzuleiten. Zum Projekt gehört daher, dass eines der vorgeschlagenen Projekte innerhalb eines Jahres mit der UTB zusammen umgesetzt wird.

Der Bezug zum Reformationsjahr war ein doppelter: Einmal die neue Kontaktaufnahme zu den Menschen heute: dem Volk von heute „aufs Maul
zu schauen. Zum anderen die Verbindung der Reformation, die auf den Ursprung zurück greift mit einer Transformation der Kirche, die Zukunftsfähigkeit öffnet.

Sehr gelungen waren neben vielen Angeboten der Künstlerinnen, die zum Werkzeugkasten der TOOLBOX gehören, v.a. die Mittagsrunden „Plantreff: Werkstattgespräche zur Utopie von Kirche“ mit 5 thematischen Schwerpunkten „Welche Utopie von Kirche haben wir?“, „Spiritualität: Was heilt?“, „Soviel Platz! Kirche als Raum“, „Vorangehen statt hinterherhinken – Kirche als alternative Gesellschaft“, „Kirche im Quartier“. Das Setting – ein Tisch in der Mitte der Kirche, sommerliches Essen und lockere Tischgespräche – hat die Raumwirkung vollkommen verändert.

Insgesamt war die Raumintervention durch das Kunstprojekt eine große Wohltat: ein Gewinn an Freiheit, Luft, Ästhetik und kreativer Atmosphäre.
Das Projekt war auch ein Pilotprojekt für künftige Projekte von Artists in Residence in der Markuskirche.

Interessant ist allerdings, wie schwer es ist, dass Gemeinde sich auf ein solches Projekt wirklich einlässt. Die Teilnahme an den Angeboten der TOOLBOX war von Gemeindeseite gering. Vielmehr wurde die eigene Kreativität der Gemeinde stimuliert, was sich in eigenen Parallelprojekten zur UTOPIA TOOLBOX äußerte. Die Teilnehmer am Projekt waren hingegen Menschen aus verschiedenen Bereichen der Kirche und Stadtgesellschaft. Hier das qualitative Potenzial der Künste für die Gemeinden zu öffnen und umgekehrt, wird die Zukunftsaufgabe sein.

Integraler Bestandteil des Projektes war auch ein Informationstag zum Projekt „Kirche findet Stadt“, das in der zu Ende gehenden Legislaturperiode bundesweit von beiden Kirchen, Diakonie und Caritas durchgeführt wurde, um die Kirchenräume und -gemeinden im Stadtquartier zu vernetzen. 40 Teilnehmer evangelischer und katholischer Gemeinden und Institutionen nahmen teil.

Pressespiegel

Jutta Höcht-Stöhr

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