Reformationsjubiläum in Bayern
trust and try

Das Konficamp im Reformationssommer 2017

Wittenberg, 30.08.2017. Als einmalige Chance, die es nur alle 500 Jahre gibt, wurde in den Neu-Ulmer Gemeinden diese Freizeit angekündigt: Das Jugend- und Konficamp des 500. Reformationsjubiläums.

trust & try. Vertrauen und ausprobieren. Das Motto des Camps. Gemeinsam Neues wagen, einfach ausprobieren. In den thematischen Morgeneinheiten, beim Besuch der Lutherstadt Wittenberg und in den Workshops am Nachmittag.

Nach deren Wahl herrscht erstmal Unzufriedenheit in unserer Gruppe aus Neu-Ulm. Die Freundin musste etwas anderes wählen, der Wunsch-Workshop war schon überfüllt, das was angeboten wird habe ich doch noch nie gemacht. Aber hilft ja nichts. Neues wagen. Einfach mal ausprobieren. Im Vertrauen darauf, dass mich beim Scheitern niemand auslacht, dass ich das schaffe, dass ich das hinbekomme. Trust and try.

Die Workshops werden alle von den motivierten jungen Mitarbeitern, Freiwilligen und Volunteers des Konficamp-Teams angeboten. Nicht von Erwachsenen, die schon seit Ewigkeiten Theater spielen, als Tanzlehrerin arbeiten oder mit dem Filme machen Geld verdienen. Ganz normale Jugendliche, etwas älter als die Konfis selbst, aber keiner über 25.

Am Abend kommen begeisterte Konfis zurück ins Zeltdorf. Sie erzählen voller Enthusiasmus von ihren Erfahrungen, von den Leitern und den Jugendlichen, die sie  dort kennengelernt haben. Lucca führt auch schon gleich einen Karten-Trick vor, den er im Zauber-Workshop gelernt hat. Klappt zwar nicht sofort, macht aber nichts. Trust and try. Vertrau und probiers eben gleich nochmal. Felix und Oliver wussten heuten Morgen noch gar nicht, was Boomwhrackers überhaupt sind. Jetzt berichten sie begeistert von den bunten unterschiedlich langen Plastikrohren, mit denen man Musik machen kann.

Am letzten Abend treffen sich alle 1.400 Teilnehmende und Mitarbeitende im Großzelt zum Abschlussabend. Eine Band spielt, Videos der vergangenen Woche werden gezeigt und auch die Ergebnisse einiger Workshop-Gruppen werden präsentiert. Eine Mädchengruppe führt ihre Tanzperformance auf, ein paar Jungs rappen selbstgetextete Zeilen zum Lied der Band auf der Bühne, vier jugendliche Mädchen zeigen eine Übung aus dem Improvisationstheater. Live, auf großer Bühne, improvisiert, vor über 1.000 Leuten. Auch Felix und Oliver stehen später auf der Bühne des Großzelts. Mit einer Gruppe anderer Jungs spielen sie mit ihren Boomwhrackers Narcotic von Liquido. Als das Lied 1999 veröffentlicht wurde, waren die Konfirmanden noch gar nicht auf der Welt. Heute im Reformationsjahr 2017 ist das Lied DIE Hymne des Konficamps. Kein Tag, kein Abend ist bisher vergangen, ohne dass dieses Lied gespielt wurde. Die Live-Bilder ihrer konzentrierten Gesichter sind groß auf den riesigen Bildschirmen links und rechts der Bühne zu sehen. Nach dem zweiten Refrain setzt die Band ein und das ganze Zelt springt auf, tanzt und singt mit. Die Menge tobt und feiert ihre Tänzerinnen, Rapper, Schauspielerinnen und Boomwhracker-Spieler.

In der darauffolgenden Woche besuchen die letzten Gruppen das Konficamp. Danach werden alle Zelte abgebaut und aus dem Zeltgelände entsteht wieder eine Pferdekoppel. Schade eigentlich. „Da hab ich ja richtig Glück, dass ich gerade in diesem Jahr Konfi bin.“ erkennt Moritz gegen Ende der Campwoche.

Am nächsten Tag auf dem Weg zum Bus werden wir von den freiwilligen Helfern verabschiedet. „Bis in 500 Jahren!“ Wir sind uns in der Gruppe einig: Da sind wir auf jeden Fall wieder dabei!

Text: Marcus Schirmer

Bilder: Lorenz Bäuerle, Christoph Weißmann, Felix Henkelmann