Reformationsjubiläum in Bayern
Tischbildnisse
Heilsbronn 18. Juni bis 23. Juli 2017

Ausstellung von Andreas Kuhnlein

Die Kirchengemeinde Heilsbronn ist Teil einer Initiative, die sich „KunstRaumHeilsbronn“ nennt. Wichtige Beteiligte sind außerdem das Religionspädagogische Zentrum Heilsbronn und die Stadt Heilsbronn. Im Sommer 2017 fanden in Heilsbronn mehrere Ausstellungen statt, die in einem gut erkennbaren  Zusammenhang mit der Lutherdekade standen, ohne sich dafür thematisch und von ihren Titeln her auffällig und damit womöglich anbiedernd zeigen zu müssen.

Die „Tischbildnisse“ von Andreas Kuhnlein waren  mit ihrer Präsenz im Refektorium des ehemaligen Zisterzienserklosters ein herausragender Bestandteil der diesjährigen Ausstellungsarbeit. Andreas Kuhnlein ist als Holzbildhauer durch mehr als 140 Einzelausstellungen und mehr als 130 Ausstellungsbeteiligungen weltweit bekannt. Bekannt wurde er letztlich mit den für ihn typischen zerklüfteten Skulpturen. „Alles was zum Menschsein gehört, spendet für Andreas Kuhnleins Schöpfungen der tote Baum, dessen Lebensspeicher durch den Bildhauer wieder beseelt erscheint und uns in seiner figürlichen Transformation zur Erkenntnis, über uns selbst führen kann“ (Quelle:  www.kuhnlein-bildhauer.de). Von seinen Skulpturen stehen auch zwei Arbeiten im Heilsbronner Münster, sie waren dort in der Ausstellung 2007  (Titel: Und der König stieg herab vom Thron) schon  zu sehen. Die Tischbildnisse stammen aus einer früheren Entwicklungs-und Schaffensperiode des Künstlers und sie waren in den letzten 20 Jahren nicht öffentlich ausgestellt.

Gerade im Jahr des Reformationsjubiläums war es also eine Herausforderung, der sich die Kunstarbeit in Heilsbronn sehr gerne angenommen hat, das Thema Tisch in den ehemaligen Speisesaal der Mönche zu bringen. Titel wie „Tisch und Wort“ , „Macht und Vergänglichkeit“ oder Tischgesellschaft“ ermöglichten Besuchern, die weit über unsere Region hinaus die Ausstellungen  besuchten, einen raschen Zugang zu eigenen Tischerfahrungen, die in Korrespondenz zu den skulpturalen Ideen des Künstlers gebracht werden konnten. Bei über 2000 Besuchern allein in der Kuhnleinausstellung war es für die ehrenamtlich Mitarbeitenden der Kirchengemeinde eine gute Gelegenheit mit ganz vielen Menschen ins Gespräch zu kommen. Ganz bewusst stand über den ganzen Zeitraum auch der Altar des Refektoriums noch im Raum.

Ein Themengottesdienst zur Ausstellungseröffnung machte deutlich, dass Kunst und Religion wie Geschwister sind, die die Spurensuche auf unseren Lebenswegen bereichern. Das durften viele Besucher als Idee entdecken. Es wurden drei Führungen angeboten und durchgeführt. „Kunst am Abend“ war ein zusätzliches Angebot. Insgesamt erfuhr die Ausstellung also viel Beachtung in der Öffentlichkeit und bot so eine gut genutzte Chance, Kirche und Kunst  ins Gespräch zu bringen.

Ausstellungsflyer (PDF zum Download)

Gerhard Spangler, Dipl. Rel´päd. (FH), i.R.
Fotos: Andreas Kuhnlein