Reformationsjubiläum in Bayern
„Soja verbindet“: Besuch aus Parana, Südbrasilien

Mission EineWelt, Neuendettelsau, 19.06.2017. Bauernfamilien aus Bayern und Südbrasilien sind durch die globalisierte Landwirtschaft verbunden. Dort wird Soja angebaut, hier wird es verfüttert. Was lag also näher, als diese beiden Gruppen zusammenzubringen?

Zunächst reisten 10 Bäuerinnen und Bauern aus Bayern unter Leitung von Jandir Sossmeier und Angela Müller zusammen mit einer Gruppe aus Nordrhein-Westfalen im Zeitraum von 29.10. bis 13.11.2016 in den südbrasilianischen Bundesstaat Paraná. Dort besuchten wir kirchliche Gruppen von zwei Synoden incl. Synodalpfarrer, Bauernhöfe, Agrarberatungen, Landlosensiedlungen, eine Universität und vieles mehr. Höhepunkt waren die zwei Tage, die  wir in Familien verbrachten. Wir erlebten die Kreativität ökologischer Anbau- und Vermarktungsmethoden, den Stolz auf die eigene Leistung ebenso wie politische Verfolgung und Bedrohung.

Zur Begegnung in Deutschland, im Juni 2017, kamen sieben Personen aus den CAPA-Gastfamilien vom November, sowie  Jhony Luchmann, der Koordinator von CAPA Verê, Sandra König von der indigenen Organisation Outra Olhar und Hans Rinklin vom Saatguthaus AOPA. CAPA Verê ist aus der Synode Rio Paraná, Outra Olhar und AOPA sind zusammen mit der Synode Paranapanema Mitglieder im Agrarökologischen Netzwerk.

Alle bayerischen Teilnehmenden vom November brachten sich auch beim Gegenbesuch ein. Manche organisierten einzelne Programmpunkte oder gar ganze Tage, andere halfen bei Fahrdiensten,  oder nahmen an verschiedenen Veranstaltungen teil. Alle waren mindestens einmal in  Neuendettelsau, obwohl es auch Teilnehmende aus Südbayern gab. Einige nahmen sich etliche Tage frei.

Die Hälfte der bayerischen Teilnehmenden konnte jemanden aus ihrer Gastfamilie empfangen, der Rest hatte Gäste aus anderen Familien.

Die konkrete Situation der jeweils anderen wird differenziert wahrgenommen: In Deutschland gibt es zwar gute Technik, doch sind Arbeitsbelastung, Verschuldung und Wachstumsdruck große Probleme. Brasilien hatte in den letzten Jahren globalen Vorbildcharakter für Armutsbekämpfung durch gute Agrarpolitik, doch machen Agrargifte und die aktuelle politische Situation große Sorgen. Nach dem parlamentarischen Putsch gegen Präsidentin Rouseff wurde als erstes das Agrarministerium für Familienbetriebe aufgelöst. Mittlerweile wurden Fördermittel für Beratung und Ausbildung gekürzt – auch bei unseren Partnern.

© Angela Müller, Foto Jandir Sossmeier