Reformationsjubiläum in Bayern
Sind Frauen, die lesen, gefährlich?

Buchbesitz und Belesenheit in mittelalterlicher Kunst und Reformation

Bilder und Skulpturen zeigen ein vielschichtiges Panorama lesender Frauen. Offenbar existierte ein allgemeines Bedürfnis nach der gelehrten Frau. Welche Tragweite hatte dies für Frauen? Lesende und dozierende Frauen! Während der Reformation – durch die Bedeutung der „biblischen Schrift“ – trat die Lesefähigkeit von Frauen erneut ins Zentrum der Öffentlichkeit.

74 Frauen waren neugierig, wie die Referentin Nadja Bennewitz die „Gelehrsamkeit“ der Frauen im Mittelalter und während der Reformation vermitteln wollte. Spannende Gespräche und Austausch an Tischgruppen folgten dem Referat.

Ein Vergleich, wie wir heute selbstverständlich mit Literatur – nicht nur mit biblischen Texten – vertraut sind, machte deutlich, wie leicht es heute ist, Wissen zu vermitteln und sich anzueignen.

Anschließend wurden Fragen diskutiert wie:

  • Welchen Stellenwert haben Bücher / Lesen für mich?
  • Möchte ich Bücher besitzen? bzw. sind diese, wenn ich sie gelesen habe, nur noch zum Verschenken/Entsorgen?
  • Konnten Sie als Kind viel lesen – oder wurde dies als „Zeitvertrödeln“ beanstandet?
  • Ist Ihnen aufgefallen, dass in alten Gemälden Frauen z. B. auch Maria mit Buch dargestellt sind, obwohl es damals noch keine Bücher gab?
  • Weshalb vermuten Sie, dass es Frauen wichtig war, lesen und schreiben zu lernen?
  • Was war neu für Sie im Referat?

Der Vormittag war rundum gelungen: Geistige und kulinarische Nahrung, reger Austausch und interessante Gespräche, die Zeit verging wie im Flug.

Am Ende äußerten viele Besucherinnen den Wunsch, bei anderer Gelegenheit mehr über „gelehrte Frauen“ und Bildung im Mittelalter zu erfahren.

Gerda Fickenscher

Bild: Nadja Bennewitz