Reformationsjubiläum in Bayern
Reformkiosk

Ein interaktives Kunstprojekt aus der Auferstehungskirche Fürth

Was ist Reformation? Was steckt dahinter? Feuer, oder nur Asche? War die Reformation nur ein einmaliges historisches Ereignis, das abgeschlossen und vergangen ist? Oder ist Re-Formation auch heute und morgen möglich? Als fortwährende Neu-Ausrichtung und Neu-Besinnung im Wandel der Zeit, als Neu-Ordnung der Gedanken, als Neu-Orientierung im persönlichen und gesellschaftlichen Leben? So verstanden, tut Reformation jeder Zeit gut. Nachdenken darüber, wo wir herkommen, was uns prägt und wie wir uns entwickeln und verändern.

Das Projekt ReformKiosk setzte sich intensiv mit vier Stichworten auseinander:

  • Sinnsuche – was finde oder vermisse ich in mir?
  • Wandel – was geschieht in der Welt um mich herum?
  • Freiraum – wie öffne ich mich für anderes in meinem Leben, was tue ich für andere?
  • Begegnung – was erlebe ich mit anderen Menschen, mit euch?

Die vier Stichworte wurden in und um den Kirchenraum verortet. Das Podest im Kreuzungspunkt der Kirchenachsen wurde zum Forum für künstlerische Standortbestimmung und überraschende Perspektivenwechsel. Das Tafelkreuz, ein Kreuz aus Tischen in den Gängen des Kirchenschiffs und in den Stadtpark ragend, lud ein zum gemeinsamen Feiern. Der Blaue ReformKiosk im Empfangsgarten des Stadtparks lockte Vorübergehende zum Verweilen. Die verschiedenen Kunst- und Begegnungsorte waren Ausstellungsflächen, Spielorte und Begegnungsräume zugleich, sie waren soziale Skulpturen. Auf und in ihnen fanden Kunstaktionen und -installationen, Konzerte, Lesungen und Performances statt. Das Publikum war eingeladen, Kunst hautnah zu erleben und auch interaktiv mitzugestalten.

Die Aktionen innerhalb und außerhalb der Kirche waren aufeinander bezogen und standen in Wechselwirkung zueinander. Die Reformation des 16. Jahrhunderts fand nicht nur auf Kanzeln und an Altären statt, sondern auch auf Straßen und Plätzen, in Schulen, Universitäten und Privathäusern. Sie war ein Skandal und eine Denk-Revolutionmit Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft.Veränderungen, die damals ausgelöst wurden, sind bis heute von Bedeutung. Und so verband auch das Projekt ReformKiosk das Drinnen mit dem Draußen.

Im Sommer 2015 begann der Arbeitskreis Kunst und Kirche in der Auferstehungsgemeinde mit einer Gruppe von Künstlerinnen und Künstlern aus Fürth ein Gemeinschaftsprojekt zum Reformationsjahr zu planen. Von Frühjahr bis Ende 2017 lief das Projekt ReformKiosk in und um die Auferstehungskirche.

Detailbeschreibung zum Projekt im Programmheft (Download als PDF-Datei)

Weitere Berichte, Fotos etc sind dokumentiert auf www.reformkiosk.de und www.kunst-projekt-auferstehung.de.

Wolfgang Vieweg