Reformationsjubiläum in Bayern
Reformationskonzert in der Sebalduskirche

Angesichts der Fülle von Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum hat sich die Sebalder Kirchenmusik in Nürnberg mit dem Gastkonzert der Ensembles Collegium vocale und instrumentale Bochum am 22. Oktober 2017 auf einen gewichtigen Beitrag zum Luther-Jahr konzentriert.

Der programmatische Spannungsbogen umfasste die Themenfelder Reformation – ¨Gegenreformation¨ – Ökumene mit Werken für Chor und Orchester von Johann Sebastian Bach, Heinrich Poos und Franz Liszt und verstand sich ganz bewusst als Ergänzung zu den zahlreichen traditionelleren Konzertformaten.

Die zeitliche Nähe zum Reformationstag und damit zum Höhepunkt der Lutherdekade erschien nicht nur im Hinblick auf die öffentliche Wahrnehmung von Bedeutung, sondern ergab sich auch aus dem Tourneeplan der Musiker, deren Zielort die Leipziger Thomaskirche war.

Das Konzert selbst war unter musikalisch-künstlerischem Gesichtspunkt ein großer Erfolg, sowohl hinsichtlich der außergewöhnlichen Qualität der Darbietung als auch im Blick auf die überaus durchdachte, stringente Programmwahl. Allerdings blieb der Besuch der Veranstaltung weit hinter den Erwartungen zurück, was unter anderem am mangelnden Bekanntheitsgrad des Bochumer Ensembles in der Region Nürnberg liegen mag. Auch hat sich der Themenbezug des Programmes nicht unmittelbar erschlossen und das Interesse an der Musik der Komponisten Poos und Liszt ist begrenzt. Zu beobachten ist auch, dass es zunehmend schwerer wird ein interessiertes Publikum mit außergewöhnlichen Programmen anzusprechen. Auch der „Rückenwind“ durch einen prominenten Jubiläumsanlass hat in diesem Fall nicht zum gewünschten Erfolg geführt.

So ist es außerordentlich zu begrüßen, dass seitens der Reformationsdekade Zuschüsse gewährt wurden, die in der Summe ein überaus facettenreiches kirchenmusikalisches Programm innerhalb der Landeskirche ermöglicht haben bei einem hohen Maß an eigenständiger Planung seitens der jeweiligen Veranstalter.

Bernhard Buttmann