Reformationsjubiläum in Bayern
Reformation im Fluss

Auf dem Main traf die Regionalbischöfin Luther persönlich

Dekanatsübergreifende, geistliche Schifffahrt „Reformation im Fluss“ lief am Sonntag vom Stapel

Kitzingen, Marktbreit: Rund 600 Sitzplätze hat die „ms Franconia“, und die waren bei den Fahrten der dekanatsübergreifenden, geistlichen Schifffahrt „Reformation im Fluss“ am Sonntag auch bestens besetzt. Die Dekane Hans-Peter Kern (Kitzingen), Günther Klöss-Schuster (Castell) sowie Ivo Huber (Markt Einersheim) freuten sich nicht nur über den regen Zuspruch seitens der Gäste, sondern auch über ihren „Promi-Gast“, die Regionalbischöfin des Kirchenkreises Ansbach-Würzburg, Gisela Bornowski. Sie hatte auf der ersten der drei Touren zwischen Kitzingen und Marktbreit auch für jede Kirchengemeinde eine Altarbibel dabei. Zum 500-jährigen Reformationsjubiläum schenkt die evangelisch-lutherische Landeskirche in Bayern jeder Kirchengemeinde die „neue Luther-Bibel“, insgesamt verteilen die Regionalbischöfinnen und Regionalbischöfen dabei rund 1500 Stück.

In ihrer Predigt kam Bornowski oft auf das bekannte biblische Bild vom Weinstock und den Reben zu sprechen, die gerade in der mainfränkischen Region an vielen Hängen der Ufer auf der Fahrt zu sehen waren. Sie verwies zudem auf die Bedeutung der Bibel für den Alltag der Menschen. Sich mit Gottes Wort zu beschäftigen sei „keine mühselige Pflicht, sondern hilfreiches Geleit“. Christen sollten am Wort Christus‘ „dranbleiben, ihm Raum geben in unserem Leben, einen festen Platz einräumen“. Deshalb könnte, „eine Frucht des Reformationsjubiläums sein: Die Bibel wieder mehr und öfter in die Hand zu nehmen, in ihr zu lesen, sich mit ihren Worten auseinanderzusetzen“.

Doch noch einen weiteren Stargast begrüßten die Besatzung an Bord: den Reformator persönlich. Zumindest in Form von Lektor Friedrich Lemke (Repperndorf, Dekanat Kitzingen), der als Martin Luther verkleidet das Geschehen während des Gottesdienstes launig kommentierte. „Es war gut, dass ich meine Kirche aus dem Kloster geholt habe“, sagte der Luther-Darsteller und fügte hinzu: „Frauen sind im Kloster einfach zu schade“, was für den ein oder anderen Lacher sorgte. Doch Luther alias Lemke hatte auch viel Lob für die Musik mit an Bord. Besonders für das eigens für die „Reformation im Fluss“-Fahrten von Bezirkskantor Reiner Gaar (Musik) und Oberkirchenrat i.R. Christian Schmidt (Text) gedichtete Lied, das von dem rund 80-köpfigen Projekt-Posaunenchor aus Chören des Dekanates Kitzingen intoniert wurde, während die aus den rund 50 Gemeinden der drei Dekanate kommenden Schiffsgäste lautstark mitsangen.

Dass die geistliche Schiffsreise ausschließlich im Dekanat Kitzingen über Bord ging, hat einen ganz profanen Grund: Nur hier fließt der Main, der schon vor 500 Jahren eine wichtige Quelle auch für das reformatorische Gedankengut war, das sich entlang seiner Ufer verbreitete. Am Nachmittag war Gisela Bornowski noch einmal zu Gast bei der „Kaffeefahrt“ mit der Jazz-Band „swingin five“. Musikalisch wurde es dann am, frühen Abend noch einmal bei der Chörefahrt mit verschiedenen Posaunen-, Kirchen- und Gospelchören, bevor gegen 20 Uhr das Logbuch in Marktbreit an das Dekanat Würzburg übergeben wurde, wo „Reformation im Fluss“ am kommenden Wochenende weiter geht.

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