Reformationsjubiläum in Bayern
Reformation be-gehen
Buchbrunn 31. Oktober 2017

Hallo Luther statt Halloween

Pünktlich um 15.17 Uhr läuteten am Reformationstag 2017 die Glocken der kleinen Dorfkirche in Buchbrunn und luden Menschen jeden Alters ein, die Reformation in wahrsten Sinne des Worten zu be-gehen, und zwar in einem Stationenweg zwischen den beiden Dörfern der Pfarrei Buchbrunn und Repperndorf.

Bei strahlendem Sonnenschein ließen sich sehr viele einladen. Es kam zu Staus an der Kirchentür, denn dort bekam jeder Teilnehmende einen Anhänger mit einer Lutherrose und wurde somit auch gleich einer Gruppe zugeteilt.

Die Posaunenchöre beider Gemeinden intonierten „Ein feste Burg ist unser Gott“ und die große Gemeinde sang kräftig mit. In einem launigen Anspiel begegneten Halloween-Kinder dem historischen Martin Luther und ließen sich und die ganze Gemeinde von ihm einladen, sich auf den Weg zu machen, um die Anliegen Luthers näher kennenzulernen.

Begleitet von Lutherchorälen zogen ca 180 Gottesdienstteilnehmer im Alter von 0 bis 90 Jahren in Gruppen los, um zunächst in einer abgedunkelten Scheune den Ängsten der Menschen zur Zeit Luthers und zur heutigen Zeit zu begegnen. Sehr viele schrieben ihre eigenen Ängste auf einen Zettel, um dann im Schweigen durch einen Hohlweg auf eine kleine Anhöhe zu wandern.

Dort begegnete ihnen Martin Luther als Mönch und berichtete – anschaulich gestaltet von den Jugendlichen der Jugendgruppe – von seiner reformatorischen Entdeckung. Die Gottesdienstbesucher konnten ihre Angstzettel in einem Feuer vor dem Kreuz Christi verbrennen und bekamen von Luther das Bibelwort „Jesus Christus ist das Licht der Welt“  in Form einer kleinen Taschenlampe mit auf den weiteren Weg.

An der dritten Station wurde die reformatorische Entdeckung zum Klingen gebracht, denn alle waren eingeladen, alte und neue Kirchenlieder zu singen. Das Mottolied „Allein aus Gnade“ erwies sich hier als absoluter Hit, vor allem bei den vielen jungen Leuten. Nach weiteren 10 Minuten Wanderung war das Gemeindehaus in Repperndorf erreicht. Hier lud eine kleine Bibelausstellung dazu ein, an einer letzten Station ein Bibelwort aufzuschreiben, das einem persönlich wichtig war.

Bei Kaffee, Tee und Gebäck konnten sich alle aufwärmen und stärken für den Abendmahlsgottesdienst, der um 17.30 Uhr in der Repperndorfer Kirche begann. Wieder war die Kirche bis auf den letzten Platz besetzt und alle feierten einen Gottesdienst, der bewusst moderne Akzente setzte und von der Band „Ephesus“ musikalisch schwungvoll gestaltet wurde. Pfarrerin Bromberger machte in ihrer Predigt mit einer Betrachtung des 400 Jahre alten bewusst evangelisch gestalteten Altars der Kirche deutlich, dass der Glaube an Christus noch immer hochaktuell ist und auch heute die Menschen trägt und leitet. Vertreter der vier Stationen brachten ihre Gedanken ein und der Gottesdienst mündete in eine Abendmahlsfeier, an der – wie in den beiden Gemeinden üblich – Menschen allen Alters eingeladen waren. So wurde das Abendmahl in „dreierlei Gestalt“ mit echtem Brot, Wein und Traubensaft gefeiert.

Anschließend blieben noch viele da, um eine Brotzeit mit Lutherbier zu genießen oder auch um die Luthersocken zu kaufen, die die Landfrauen gestrickt hatten und für einen guten Zweck verkauften. Zu Fuß oder mit dem eingerichteten Fahrdienst machte man sich anschließend wieder auf den Heimweg in dem Bewusstsein, das 500jährige Jubiläum der Reformation würdig und fröhlich be-gangen zu haben.

Doris Bromberger, Pfarrerin

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