Reformationsjubiläum in Bayern
Zamma Festival: Grenzen überwinden – Brücken bauen
Haar 02. Juli 2017

1. Juli 2017 (Eröffnungsgottesdienst)

Eröffnungsgottesdienst unter dem Motto: „Herr, gib mir Mut zum Brücken bauen, gib mit den Mut zum ersten Schritt“ mit Vertretern der evangelischen Kirchengemeinde, der Evang. Kinder- und Jugendhilfe Feldkichen und den katholischen Pfarreien sowie den Gospelchören Haarleluja Singers unter der Leitung von Angela Pöhlchen (evang. Jesuskirche Haar) und den Gospelfriends unter der Leitung von Christa Hell (Kath. Pfarrei St. Konrad).

Es ging um menschliche Brücken und um die Brücke, die unsere Beziehung zu Gott ist. Der Freiluftgottesdienst fand mit zwischen 150 und 200 Besuchern reges Interesse und stieß auf positive Resonanz.

1.– 7. Juli 2017 täglich von 17 – 22 Uhr (Turmöffnung und Thesenanschlag)

Für die täglichen Turmöffnungszeiten von 17 – 22 Uhr gab es eine Besetzung vom THW, die für die sicherheitstechnische Seite verantwortlich war. Beide Kirchengemeinden organisierten eine mind. paarweise Besetzung der Öffnungszeiten, die sich immer nach einer Stunde ablösten. Diese waren Ansprechpartner für den Thesenanschlag. Neben praktischen Fragen, wie lange eine These ist, was eine These ist, was mit den Thesen geschieht und wie sie angeschrieben werden, kamen viele inhaltliche, angeregte Diskussionen zustande, z. B. über die Ehe für alle, Ämter in den Kirchen, Frauen in kirchlichen Ämtern, Mitbestimmung in der Gesellschaft, bezahlbaren Wohnraum u. v. m.

Viele Menschen, darunter auch Kinder und Jugendliche haben ihre Thesen angeschrieben und beim Anschlag oder Besuch des Turmes mitdiskutiert. Auf einer Ebene im Turm gab es Plakatwände, die eigens für den Thesenanschlag vorgesehen waren.

Die Thesen, die im Vorfeld des Zamma-Festivals eingegangen sind, wurden ebenfalls auf die Plakatwand geschrieben. Insgesamt sind fast 60 Thesen zu unterschiedlichen gesellschaftlichen, kirchlichen und politischen Themen eingegangen.

Der Turm wurde täglich von einigen hundert Personen begangen.

2. Juli 2017 (Konzert Peszko und Hogl)

Bei strömendem Regen und dennoch immerhin 60 Zuschauern haben Peszko und Hogl mit E – Baß und E – Piano das ganze Zentrum in musikalische Klänge gehüllt, so dass auch Passanten erstaunt stehen blieben und lauschten. Sie interpretierten klassische und moderne Künstler.

2. Juli 2017 (Aktion Hand in Hand)

Im Vorfeld des Zamma – Festivals haben Schulklassen verschiedenster Schulen, das Familienzentrum, das Seniorenheim Maria-Stadler-Haus, viele Kindertagesstätten, die evangelische Jugend mit der Jugendlichen aus der Unterkunft für minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge, die katholische Jugend u. v. m. sich Gedanken gemacht, was wir mit Händen tun können, was wir nicht tun sollten und die Holzhände für das Brückengeländer gestaltet. In den Schulen und Kindertagesstätten und im Kinderchor St. Bonifatius wurden ein Brückenlied und das Lied „Hand in Hand“ eingeübt. Am 3. Juli um 15 Uhr kamen nun alle Beteiligten am Jagdfeldsee zusammen, um gemeinsam mit dem Kinderchor die Lieder zu singen, ein paar Gedanken zu hören und die Hände anzubringen. Aus Haar wurde berichtet, dass plötzlich an diesem Tag aus allen Himmelsrichtungen Gruppen in Richtung Jagdfeldsee gegangen sind. Alleine das war beeindruckend. Doch als dann mehrere hundert völlig Menschen „Hand in Hand“ sangen, sich an den Händen nahmen, winkten und fröhlich diese ungewöhnliche Gemeinschaft genossen, hat es alle, die vor Ort waren, tief berührt. Die ganze Woche haben Besucher die Hände betrachtet, darüber gesprochen, sich an den See gesetzt und sie angeschaut und ihren Gedanken freien Lauf gelassen.

6. Juli 2017 (Podiumsdiskussion zu den angeschlagenen Thesen)

Mit 40 – 50 Besuchern diskutierten Arnd Brummer, Chefredakteur der Zeitschrift Chrismon, und Christine Kölbl, Leiterin des evangelischen Bildungswerks Rosenheim-Ebersberg die angeschlagenen Thesen. Neben vielen Themen beschäftige die Besucher u. a. das Thema Sexkauf, aber auch die Annäherung der Konfessionen 500 Jahre nach dem Thesenanschlag Martin Luthers.

7. Juli 2017 (Spiritueller Ausklang und leibliches Wohl)

Das Technische Hilfswerk hatte Sitzmöglichkeiten am Jagdfeldsee vor dem Turm aufgebaut und bot Pommes, Wurst, Fleisch und Getränke an. Um die hundert Menschen nutzten diese Möglichkeit, um am See zusammen zu kommen. Die evangelische Jugend bot an, Windlichter mit Serviettentechnik zu basteln. Um die 40 Personen aller Nationen setzten sich über den Zeitraum verteilt zusammen und bastelten Windlichter für die Lichterkette, die um 22 Uhr am See über die Brücken führen sollte. Es gab immer wieder Live-Musik. Und als es dunkel war, wurden die Lichter am Turm ausgemacht. Nicht nur die gebastelten Kerzen kamen zum Einsatz, sondern es wurden viele weitere Kerzen verteilt, so dass nach Liedern wie Shalom chaverim und Hevenu Shalom und verschiedenen Texten zum Frieden, die Menschen sich leise mit ihren Lichtern über die Brücken verteilten und die Nähe von Himmel und Erde und eine tiefe Geborgenheit spürten.

Ausblick

Beim gemeinsamen Auswertungstreffen am 25.07.2017 zeigten sich alle glücklich und zufrieden. Alle hatten auch ausschließlich positive Rückmeldungen aus Haar erhalten. Viele Menschen im Jagdfeldviertel hatten das Bedürfnis geäußert, dass Turm und Brücken länger stehen. Den See über die Brücken und den Turm einmal anders zu erleben und die Farbenpracht der Hände haben viel Anklang gefunden.

© Matheis, Pfarramt Haar

(für die Galerie bitte auf das Bild klicken)

Kommende Veranstaltungen
Alle Veranstaltungen