Reformationsjubiläum in Bayern
Poetry Apfelbäumchen vs. Weltuntergang
Rosenheim 27. September bis 13. Oktober 2017

Die ursprüngliche Planung, zwei Workshop-Reihen und eine zusätzliche Abschlussveranstaltung durchführen zu wollen, musste sowohl aus organisatorischen als auch aus finanziellen Gründen aufgegeben werden. Aus diesem Grund wurde das Projekt auf eine Workshop-Reihe mit drei Veranstaltungen gekürzt. Dennoch kann das Projekt als erfolgreich beurteilt werden.

34 Teilnehmende haben an diesen drei Poetry Workshops mit Lars Ruppel teilgenommen und hatten richtig viel Spaβ. Die Workshops fanden im Ludwig-Thoma- Gymnasium Prien, im Gymnasium Bad Aibling und im Cafe Regenbogen in Rosenheim statt.

Lars Ruppel hat In kleinen didaktischen Schritten die Jugendlichen an diè Aufgabe, eigene Texte zu verfassern, herangeführt. 1-Wort Geschichten, Synonyme-Battle und Elfchen-Stories waren die kleinen Ubungen, bevor dann alle ihre persönliche Aufgabe gestellt bekommen haben. Die Aufgabe setzte sich aus einer zufällig gewählten Textform, die umgesetzt werden sollte, und einem einzelnen Begriff zusammen. Sowohl die Textformen als auch die Begriffe hatten die Jugendlichen zuvor selber zusammengetragen. So kamen bei einem Workshop auf die Frage von Ruppel welche Begriffe den Jugendlichen zum Thema Reformation einfallen, ganz viele ,, Loszettel“ zusammen. Liebe, Kloster, Bier, Streit, Revolution, Feudalismus 2.0 sind nur einige Beispiele dazu.

Luther hatte sicher seinen Spaβ daran gehabt, wie kreativ und kritisch die Jugendlichen auf ihre Lebenssituationen, die sich im Spannungsbogen zwischen dem Pflanzen eines Apfelbäumchens und einem möglichen Weltuntergang bewegen, schauen. Die Texte waren sehr persönlich, sozialkritisch oder politisch und die Stimmungsbandbreite reichte von melancholisch bis lustig. Selber denken, selber schreiben und auch den Mut zu haben seinen eigenen Text vor den anderen vorzutragen ist das, wozu Lars Ruppel die Jugendlichen animieren konnte.

Mit Luther-Zitat ,Machs Maul auf“ wollte das Jugendwerk die Jugendlichen animieren Stellung zu beziehen und um sich im besten Sinne reformatorische Gedanken zu machen. Lars Ruppel und das Evangelische Jugendwerk sind sich einig Das Experiment ist gelungen. „Wenn ich diese Texte hore, weis ich, dass ich mir um unsere Jugend keine Sorgen machen muss“, sagte Ruppel am Ende des dritten Workshops und begründete es so. „,Die Kids haben so viel zu sagen und reflektieren was passiert, das ist cool.

Die Jugendlichen haben ihrerseits die evangelische Kirche als unkonventionell erlebt und über einen ganz anderen Zugang den Kontakt mit uns und der Thematik Reformation gefunden. Rund die Hälfte der Teilnehmenden hatten keine Bindung an die Evangelische Kirche.

© Helmut Franke, Rosenheim