Reformationsjubiläum in Bayern
Partnerschaftsreise aus Siha / Tansania

Ammerndorf, 18.05.2017. Vier Personen aus dem Partnerdekanat Siha hatten den Wunsch geäußert in Deutschland an den Feiern zum 500  jährigen Jubiläum der Reformation teilnehmen zu können (die Partnerschaft zwischen den Ev. Luth. Dekanaten Fürth und Siha besteht seit 1995). Dafür waren sie auch bereit die Flugkosten von 700 € selbst zu tragen was angesichts eines Monatsgehalts von 200 €  z.B. bei Pfarrern zeigt, wie wichtig ihnen die Reise zum Lutherjubiläum war. Matthias Kietz, Pfarrer für die Partnerschaft im Dekanat Fürth begleitete die Gäste vom 18.05.-31.05.2017.

Nach Abholung vom Flughafen Frankfurt standen zunächst Begegnungen und Besichtigungen im ´Dekanat Fürth an. So stand die Mitwirkung bei einer Andacht im kirchlichen Kindergarten im Ammerndorf sowie beim Konfirmandennachmittag zum Thema „Luther und die Partnerschaft mit Siha“ auf dem Programm. Auch die Mitgestaltung von Sonntagsgottesdiensten konnte die weltweite lutherische Kirche zeigen. Ein ganzer Tag war der Reformation in Nürnberg mit verschiedenen Besichtigungen gewidmet. Ein Kinobesuch mit dem Film „Luthers Erben sing it loud“, unter Mitwirkung eines tansanischen Jugendchors, zeigte wiederum die weltweite Verbundenheit lutherischer Christen auf.

„Luthers Erbe International“ unter diesem Thema stand ein Gemeindeabend mit Vertretern der Partnerschaft aus dem Dekanat Fürth. Es wurde noch einmal deutlich, wie wichtig den evangelischen Christen in Tansania, Martin Luther ist und was es für sie bedeutet Erben der Reformation zu sein. In beeindruckender Weise erklärten die Gäste aus Tansania warum ihnen der Wunsch am Reformationsjubiläum in Deutschland teilnehmen zu können so wichtig war. Die Teilnahme am Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin war ein weiterer Höhepunkt für die Gäste aus Tansania. Angefangen mit dem Eröffnungsgottesdienst am Brandenburger Tor, bei dem der leitende Bischof der Ev. Luth. Kirche in Tansania Dr. Shoo eine eindrucksvolle Predigt hielt. Dazu kam das Erlebnis viele jungen Menschen zu sehen, die ihr Christsein öffentlich bekannten, etwas besonderes in einer Stadt wie Berlin, in der Christen eine Minderheit sind. Die Vielfalt Evangelischer Kirche kennenzulernen war für sie ein besonderes Erlebnis. Dazu kamen auch noch viele Eindrücke in der Großstadt Berlin.

Ein weiterer Höhepunkt des Ev. Kirchentags war für unsere Gäste auch der große Festgottesdienst mit ca. 100.000 Besuchern auf den Elbwiesen vor der Stadtkulisse von Wittenberg. Anschließend waren noch zwei Tage für die historischen Wurzeln der Reformation in Wittenberg vorgesehen. Das Grab Luthers in der Schlosskirche, die Stadtkirche und der Wohnbereich Martin Luthers, dem ehemaligen Kloster in Wittenberg war für sie besonders beeindruckend. Auch das sogenannte Assisipanorama zeigte der Gruppe in besonderer Weise das historische Wittenberg zu Zeiten Martin Luthers. Beim Besuch der Weltausstellung in Wittenberg kamen auch wieder die aktuellen Bezüge zur Sprache, so bei einem Stand für Brot für die Welt, hier diskutierten unsere Gäste über die unterschiedlichen Lebensverhältnisse von Europa und Afrika sowie die Frage, wie die Weltordnung gerechter sein könnte.

Voller tiefer Eindrücke fuhren wir wieder zurück nach Fürth. Im Abschlussgespräch drückten unsere Gäste nochmal ihre große Dankbarkeit aus, dass sie diesen Einblick in die Vergangenheit und in die Gegenwart der Ev. Luth. Kirche in Deutschland haben konnten. Sie sagten zu, Botschafter für das Erlebte in Tansania zu sein.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es für die Gäste aus Tansania zum einen ein unvergessliches Erlebnis war, zum anderen aber auch die weltweite Verbundenheit der Lutherischen Kirchen deutlich werden konnte. Kirchenpartnerschaft kann nur durch Gespräche und Besuche lebendig werden. Diese Reise war ein wichtiger Beitrag, der die Partnerschaft der Dekanate Fürth und Siha weiter gestärkt hat.

© Matthias Kietz, Ammerndorf

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