Reformationsjubiläum in Bayern
Reformationssymphonie
Fürth 29. Oktober 2017

Konzertprogramm:
Félix A. Guilmant (1837-1911) Symphonie d-Moll op. 42 für Orgel und Orchester
Gabriel Urbain Fauré (1845 – 1924) Pavane
Felix Mendelssohn (1809 – 1847) Symphonie op.107 „Reformation“

Das Programm folgte einem dramaturgischen Faden, der drei Komponisten, die in ihren Lebensdaten ziemlich eng beieinander liegen, miteinander verband, und deren Werke allesamt in politisch bewegter Zeit entstanden sind.

Mendelssohn greift in seiner Reformationssymphonie dabei auf ein geschichtliches Ereignis zurück, Fauré und Guilmant stellen in ihren Werken den Bezug zur Gegenwart des 19. Jahrhunderts her:

1830 feierte Mendelssohn mit seiner Symphonie musikalisch das 300jährige Jubiläum der Confessio Augustana als Grundlage für Toleranz und Religionsfrieden. Die Uraufführung musste jedoch verschoben werden, da die französische Julirevolution die Programmplanung umwarf. Erst im November 1832 war das Orchesterstück unter der Leitung von F. Mendelssohn selbst das erste Mal zu hören.

In politisch bewegter Zeit entstanden auch die beiden anderen Werke des Abends. Sie stehen für die Kultur der nachrevolutionären Bürgergesellschaft im Frankreich des ausgehenden 19. Jahrhunderts, in einer Zeit, in der das Bürgertum nach und nach Macht gewann, die Demokratie fortschritt.

Ebenso schreitet auch die Musik stetig fort. Sie kennt keine religiösen Schranken und sie kennt auch keine Stagnation. Das Konzertprogramm war daher Sinnbild für die Bewahrung gesellschaftlicher Errungenschaften der letzten 500 Jahre, zu denen Luther maßgebliche Anstöße gegeben hat, und zugleich für die daraus resultierende Verantwortung für deren Weiterentwicklung in unserer Zeit.

Ausführende:
Siemensorchester Erlangen
Andreas König, Orgel (Kirchenmusiker der katholischen Kirche St. Heinrich, Fürth)
Leitung: Ingeborg Schilffarth und Lukas Meuli

Ingeborg Schilffarth

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