Reformationsjubiläum in Bayern
Nachtreffen der Freiwilligen im "Bayerischen Garten" in Wittenberg

Am vergangenen Samstag haben sich rund 20 der Ehrenamtlichen versammelt, die den Reformationssommer in Wittenberg mitgestaltet haben. Im Bayerischen Garten begrüßten sie 16 Wochen lang rund 26.000 Gäste aus aller Welt, erklärten die Ausstellung und waren als Ansprechpartner für Fragen aller Art – von „Wo finde ich den Luthergarten?“ über „Gibt es überhaupt Evangelische in Bayern?“ bis zu persönlichsten Glaubens- und Lebensfragen.

Beim Nachtreffen in München stand neben dem Wiedersehen auch die Erfahrungswerte für künftige Projekte, sowie für die einzelnen Mitwirkenden im Mittelpunkt. Positiv bewertet wurden im Rückblick dabei besonders das Kunstwerk „Die Große Krippe“ und der Zugang über die Kunst, die als „Eye-Catcher“ und Gesprächsaufhänger geschätzt wurde. Kunst lade zu Diskussionen und zu tieferem Nachdenken ein. Umstrittener war das Thema „Kirche als Großveranstaltung“: Dienen „Events“ nur der Werbung und gehen am Kern der Kirche vorbei? Oder braucht Kirche heute „Events“, um in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden? Einigkeit bestand darin, dass auch bei Großveranstaltungen eine gute persönliche Begleitung und Vernetzung die wichtigste Rolle spielen. Dass Kirche in die Öffentlichkeit gehen und sich noch mehr sichtbar und hörbar in den öffentlichen Raum begeben sollte, war für alle Beteiligten klar. Präsenz außerhalb der Kirchengebäude, aber auch Aktionen außerhalb des sonntäglichen Gottesdienstes muss Kirche bieten. Auch dies ist einer der Gründe, warum Ehrenamtliche als „Berufungschristen“ unersetzlich sind: Sie vertreten und vermitteln Kirche „niederschwellig“ und „auf Augenhöhe“. Hauptamtliche müssten eine gute Vorbereitung leisten und auch darauf achten, Ehrenamtliche nicht auszunutzen. Ehrenamtliches Engagement in interessanten Bereichen bietet aber für viele auch eine Erweiterung des Blickwinkels. Die besondere Situation in Wittenberg erweiterte den Blick für Christentum in einem säkularen Umfeld und wie wichtig es ist, bei Gesprächen mit nichtkirchlichen Menschen auf anknüpfungsfähige Themen und Vokabular achten. Säkulare Menschen brauchen auch Ansprechpartner, die unkompliziert erreichbar sind. Gerade in dieser Situation empfanden es aber viele als Stärkung des Glaubens und äußerten die Hoffnung, einen positiven Eindruck von Kirche hinterlassen zu haben, aus dem auch etwas wachsen könne.

Im persönlichen Bereich nahmen viele der Ehrenamtliche wertvolle Erfahrungen und Gespräche mit. Zwischen einigen sind auch Freundschaften entstanden. Für alle war es eine Erfahrung, den Reformationssommer selbst mitzugestalten, Wittenberg und die Weltausstellung zu erleben und die Gäste zum Nachdenken anzuregen – wer weiß, was aus den Samenkörnern in den Herzen der Besucher wachsen wird!