Reformationsjubiläum in Bayern
"Mein lieber Herr Käthe"
Traunstein 08. März 2017

Begeisterndes Ein-Frau-Stück über Katharina Luther beim 24. Internationalen Frauentag.

Das Leben einer großen Frauenpersönlichkeit stand im Mittelpunkt des 24. Internationalen Frauentages in Traunstein: Die Erinnerungen der Katharina von Bora, der Frau Martin Luthers. Über 100 Besucher kamen in den Gemeindesaal der evangelischen Auferstehungskirche, um das Stück „Mein Leben mit Gott und Martin“ mit Schauspielerin Heike Bauer-Banzhaf zu sehen.

Man könnte denken, dass ein Frauentag im 21. Jahrhundert gar nicht mehr nötig wäre, sagte Margarte Winnicher, Initiatorin und Mitorganisatorin des Frauentags. Die weltpolitische Situation mit der Diskriminierung von Frauen in vielen Ländern und zunehmend sexistischen Äußerungen in sozialen Netzwerken zeige aber, dass es heute mehr denn je notwendig sei, über die Stellung der Frau in der Gesellschaft nachzudenken. Katharina Luther könne ein Beispiel dafür sein, wie Frauen mutig ihren Weg gehen können.

Einen begeisternden Auftritt gab dann Schauspielerin Heike Bauer-Banzhaf als Katharina Luther mit dem von ihr selbst geschriebenen Stück „Mein Leben mit Gott und Martin“. Ausganspunkt ist ein kalter, stürmischer Oktoberabend im Jahr 1552 in Wittenberg, kurz vor dem Tod von Katharina Luther. Sie nimmt Abschied von Witternberg, wo die Pest vor der Tür steht, um nach Torgau aufzubrechen. Alleine mit sich, denkt sie im Gespräch mit Gott und ihrem schon vor sechs Jahren verstorbenen Mann Martin Luther über ihr Leben nach. Mit Selbstkritik und Witz lässt sie verschiedene Situationen ihres Lebens Revue passieren.

Heike Bauer-Banzhaf verstand es großartig, die vielen Facetten des Charakters dieser ungewöhnlichen Frau lebendig darzustellen, so dass es keine Minute langweilig wurde. Deutlich wurden die große Lebensklugheit der Lutherin, ihr tierfer Glaube, ihre Tatkraft und ihr Durchhaltevermögen. „Ich habe jeden Tag die Zähne zusammengebissen und auch zurückgebissen“, sagt sie von sich selbst. Das Publikum dankte der Darstellerin mit minutenlangen Applaus.

Mit besinnlichen Klängen aus der Barock- und Renaissancezeit umrahmte das Gitarren-Trio „Tremolo“ mit Karin-Eline Wagner, Karin Barth und Annemarie Schuster die Aufführung. Beim anschließenden Büffet, das vom Team vorbereitet worden war, nutzten viele die Gelegenheit zum Austausch.

Text: gi

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