Reformationsjubiläum in Bayern
Martin Luther zu Ehren
Plößberg 19. Februar 2017

500 Jahre Reformation ist auch für unsere Kirchengemeinde Anlass zu den verschiedensten Programmangeboten zu Ehren Martin Luthers. Der Gottesdienst am 19. Februar in der Plößberger Kirche St. Georg war einer Original-Lutherpredigt von 1531 gewidmet, eingebunden in einen musikalischen Rahmen mit Klängen und Gewändern aus dem sechzehnten Jahrhundert. Das Ensemble „Consortium Saltarello Salicense“, unter Leitung von Heike Hübner, bot mit neun Musikerinnen und Musikern, darunter drei Jugendlichen, eine für die heutige Zeit ungewohnte Klangwelt. Michael Raab fügte sich mit seinem Orgelspiel achtsam hinzu.

Ungewohntes auch von der Kanzel herab, Pfarrer Michael Kelinkske hielt die Lutherpredigt zu Röm 15, 2-4: „Die Schrift als Halt der Kirche“.

 „Denn was zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, damit wir durch Geduld und den Trost der Schrift Hoffnung haben“. In dieser Predigt ging es immer wieder darum, dass ein Christ Geduld haben müsse nicht nur seinen Verfolgern gegenüber, sondern auch gegen die eigenen Leute. Sie müssten auch ertragen, dass ihnen nahestehende Menschen gebrechlich seien und sie etwas an sich hätten, was ihnen nicht gefiele.

Worte, die uns zurzeit ganz besonders meinen müssten und die uns nicht oft genug hingelegt werden können.

Die Schrift sind auch nur Buchstaben, die auf Papier geschrieben sind, wird an einer anderen Stelle entgegengehalten. Eine Lehre, die nichts anderes ist als Buchstaben aus dem Abc? Luther sagt, die aufgeschriebene Lehre lässt uns nicht im Stich, denn darin ist das Wort Gottes. Obwohl in Büchern geschrieben, gibt sie, Kraft und Trost. Er führt weiter an, dass es ein großes Wunder ist, dass Gott sich so tief herunterlässt und sich in die Buchstaben hinein senkt. Und immer wieder geht es mit Beispielen in der Predigt darum, dass allein die Schrift unser Trost sein kann. Die Heilige Schrift, ein Wahrzeichen Gottes und in seinem Auftrag geschrieben.

Das Renaissance-Ensemble spielte erst oben auf der Empore, gruppierte sich dann aber später im Altarraum, so dass man auch die Gewänder und mitgebrachten Instrumente bestaunen konnte. Eingesetzt wurden Renaissance-Sopranblockflöten, Altkrummhörner, Renaissance-Altblockföten, Flauto Traverso, Psalter, Renaissance-Tenorblockflöte, Basskrummhorn, Bassblockflöte, Hümmelchen, Landsknechttrommel, Triangel und Schellentambourin.

„Consortium Saltarello Salicense“, gegründet vor 25 Jahren von Heike Hübner, ist ein Ensemble der Franz-Grothe-Schule (Städtische Musikschule) in Weiden. Man hätte gerne noch mehr gehört von dieser historischen Musikgruppe, daher wurde nach ihrem letzten Musikstück auch lange und herzlich  applaudiert.

Der etwas andere Gottesdienst zu Ehren Martin Luthers war außerordentlich gut besucht, es wäre eine Freude, die Kirchenbänke öfter mal so dicht besetzt zu sehen.

Ute Dämmer

Bild © Herrn Lothar Löw, Kirchenvorsteher und Herrn Max Röckl, Pressevertreter vom Neuen Tag

Kommende Veranstaltungen
Alle Veranstaltungen