Reformationsjubiläum in Bayern
Ich geh - ich weiß wohl, wohin

Lutherweg in Burghaslach

Nach vielem Planen und noch mehr ehrenamtlichem Einsatz war es am Sonntag endlich soweit: Der Lutherweg in Burghaslach wurde eröffnet. Im Anschluss an den Gottesdienst wurde zunächst zum Kirchenkaffee eingeladen. Danach machte sich eine kleine Gruppe von Wanderern auf den Weg durch und um Burghaslach, der von 25 Zitaten Martin Luthers gesäumt ist. Zu den Zitaten findet sich jeweils ein kurzer fränkischer Kommentar.

Martinus von Biberach sagte einst: „Ich komm – weiß nit, woher. Ich geh – weiß nit, wohin. Mich wundert, dass ich fröhlich bin.“ Martin Luther wandelte den Spruch ab: „Ich komm – weiß wohl, woher. Ich geh – weiß wohl, wohin. Mich wundert, dass ich traurig bin.“ In dieser wie anderer Aussagen des Reformators zeigt sich, wie sehr er versuchte, seinen Glauben in seinem Leben erfahrbar und spürbar zu machen. Daher tragen auch alle Schilder den Schriftzug „Lutherworte – Lebenswege“.

Neben manchem Tiefsinnigem findet sich auf dem Weg auch Heiteres. Vor dem Kindergarten beispielsweise verkündet ein Schild: „Mit jedem Kind, das dir begegnet, ertappst du Gott auf frischer Tat.“ Und mit Blick auf den Schopfensee ist zu lesen: „Für die Toten Wein, für die Lebenden Wasser – das ist eine Vorschrift für Fische.“

Höhepunkte des Weges waren zum einen das Pflanzen eines Apfelbaums bei dem – fälschlicher Weise Luther zugeschriebenen – Spruch: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht,  ich würde heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Bei der Baumschule steht nicht nur ein Schild mit Luthers Erklärung zu seinem Wappen, der Lutherrose, sondern auch ein großes Bodenbild aus Glassteinen, damit Besucher einen lebendigen Eindruck davon erhalten.

Möglich wurde das Gestalten des Weges unter anderem durch Spenden und einen Zuschuss der Bayerischen Landeskirche. Ganz entscheidend war aber vor allem der ehrenamtliche Einsatz beim Festlegen des Weges, der Auswahl der Sprüche und nicht zuletzt beim Aufstellen und Befestigen der Schilder. Hierbei waren nicht nur Mitglieder der Kirchengemeinde, sondern auch des Obst- und Gartenbauvereins und des Steigerwaldklubs aktiv. Allen tatkräftigen und finanziellen Unterstützern dankt die Kirchengemeinde herzlich.

Vom Lutherweg gibt es eine lange Variante von etwa 10 km, die am Bierkeller in Unterrimbach vorbei führt. Der kürzere Weg kürzt am Judenfriedhof vorbei ab und ist ca. 6 km lang. Sehens- und „begehenswert“ sind beide. Ausgeschildert sind sie mit einer normalen Wanderwegs-Markierung, einem „L“ auf gelbem Grund. Eine kurze Einführung und eine Karte erhalten Besucher durch ein informatives Faltblatt, das in der (tagsüber geöffneten) Ägidiuskirche ausliegt. So können Wanderer zumindest einen Satz aus einem der Zitate bestätigen: „Ich geh – weiß wohl, wohin!“ (Download Faltblatt)

Daniel Lischewski

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