Reformationsjubiläum in Bayern
Luther in Graffiti: Der Kirchturm wird besprüht.
Spray-Aktion mit Widerstand: Luther in Graffiti
Oberasbach 19. bis 20. Mai 2017

Mit „Luther in Graffiti“ hat sich Pfarrer Kreile aus St. Markus in Oberasbach zum Reformationsjubiläumsjahr mit seiner Gemeinde etwas Ausgefallenes ausgedacht: Eine Spray-Aktion auf die Protestantische Art. Das Luthersche Spray-Projekt hat viel Hartnäckigkeit abverlangt, sei es in der Planung oder der Durchführung. Aber eins nach dem anderen.

Angefangen hatte alles mit einem Brainstorming des Kirchenvorstands von St. Markus Oberasbach. Originelle Ideen für das Lutherjubiläum 2017 waren gefragt. Klarer Favorit: Ein Bild auf dem Kirchturm. Pfarrer Kreile nahm die Organisation für „Luther in Graffiti“ in seine Hand und stieg in die Planungen ein.

Von Aufhängern und Haken: Sommer 2016 bis Frühjahr 2017

Ein Messebauer aus der Gemeinde wird zur Beratung herangezogen. Dieser besorgt Material und Aufhängung. Pfarrer Kreile nimmt indes Kontakt mit dem Künstler Antonio Seifert auf: Ein Student an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg. Er kennt ihn von früher und weiß von seinen Sprayaktionen. Das Projekt wird terminiert.

Die Gemeinde kontaktiert die örtliche Feuerwehr. Sie soll für die Anbringung des Bildes am Turm gewonnen werden. Mittel der Wahl: Ein Drehleiterwagen. Hierdurch soll das Aufstellen eines Gerüsts eingespart, Kosten gesenkt werden. Im Frühjahr 2017 ging ein Hinweis ein. Es folgten die ersten Schwierigkeiten. Die Anbringung einer Plane bedarf eines Bauantrages, der von einem Architekten erstellt werden muss. Ohne Genehmigung des Kunstbeauftragten kam auch kein direktes Graffiti Aufsprühen in Frage. Gleichzeitig sollte „Luther in Graffiti“ nur über die Zeitdauer des Jubiläumsjahres hinweg sichtbar sein.

Zeichen stehen auf vorwärts: Werbung und Programm

Architekt Kretschy, der viele kirchliche Gebäude im Dekanat Fürth betreut, kontaktiert das Landratsamt. Er erreicht, dass keine Baugenehmigung erforderlich wird. Dieser guten Nachricht folgt sogleich eine Planänderung. Aufgrund eines Großprojekts kann der Künstler den geplanten Termin nicht einhalten. Es folgten neue Fragen: Neuer Künstler oder neuer Termin? Ein neuer Termin erhält den Zuschlag.

Das Projekt wird im Gemeindebrief und in lokalen Oberasbacher Zeitschriften angekündigt. Hinweise erfolgen auf der Website und via facebook. Das Dekanat Fürth informiert über eine Pressemitteilung. Auch die aktuellen und frühere „Konfis“ werden aufmerksam gemacht und über Rundmail zur Aktion eingeladen.

Bühne frei für „Luther in Graffiti“ am 19. Mai 2017 mit Fortsetzung

Freitag Vormittag, 19. Mai 2017, 10.00 Uhr. Der Aufbau geht los. Das Netzgewebe steckt im Rahmen und ist zum Besprühen bereit. Ort des Geschehens: Die Kirchenwand, am Eingang. Einige Menschen, unterwegs zum Pfarramt, kommen vorbei und kommentieren das Projekt. Der Künstler folgt einer klassischen Vorlage von Lucas Cranach. Nachmittags kommt die Evangelische-Funk-Agentur (efa) vorbei, interviewt Pfarrer, Künstler, Zuschauer. Nun macht der Wind zu schaffen. Die Aktion wird an jenem Tag eingestellt. Ferner wird noch zu einer Lösung beraten, wie die Bildvorlage optimiert werden kann.

Samstag Vormittag, 20. Mai 2017, 10.00 Uhr. Die Sprayaktion im Markushof wird wieder aufgenommen. Immer wieder kommen Gemeindeglieder vorbei und beobachten den Fortgang des Werkes. Jugendliche sind leider nicht vor Ort. Schließt erfolg die Fertigstellung um 16.00 Uhr. Die Freiwillige Feuerwehr Oberasbach kommt mit dem Drehleiterwagen und montiert das Bild am Kirchturm. Um 19.00 Uhr ist die Aktion erfolgreich abgeschlossen. Ein gutes Dutzend Zuschauer bewundert das vollendete Werk „Luther in Graffiti“.

Presseveröffentlichungen lesen Sie hier: Bericht aus www.nordbayern.de

Text: Diana Schmid, Fotos: Pfarrer Kreile, St. Markus Oberasbach.

 

 

 

 

 

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