Reformationsjubiläum in Bayern
Lutherbibel 2017
München 22. Januar 2017

Ziel des Veranstaltungsbündels war, mit dem Thema „Lutherbibel 2017“, dem wohl wichtigsten Ereignis zum Jahr 2017 zum Auftakt des Reformationsjubiläums einen inhaltlich wie nach Zielgruppen differenzierten Schwerpunkt zu setzen. Das war zunächst die Doppelveranstaltung zur Einführung der revidierten Lutherbibel. Mit ihr sollte dieses auf Jahrzehnte hinaus wichtige Thema nicht nur der Gemeinde Kreuzkirche, sondern auch einer interessierten kirchlichen und außerkirchlichen Öffentlichkeit dargestellt und ans Herz gelegt werden.

1. Sonntag, 22. Januar 2017, 9.30 Uhr, Kreuzkirche München Schwabing „Ihr seid der lebendige Brief Christi“ Gottesdienst zur Lutherbibel 2017 mit Altlandesbischof Dr. Johannes Friedrich
2. Montag, 23. Januar 2017, 19.00 Uhr, Albert-Lempp-Saal der Kreuzkirche „Luther war doch genauer“ Ein Werkstattbericht zur Bibel-Revision 2017 mit Altlandesbischof Prof. Dr. Christoph Kähler/Leipzig

Beides war vom Thema selbst her sehr bewußt zusammen konzipiert: Der vorgelegte revidierte Text der Lutherbibel ist ein sprachliches, kulturelles und natürlich religiöses Ereignis von kaum überschätzbarem Rang. Der Vortrag widmete sich sehr komprimiert, dicht und mit exemplarischen Tiefenbohrungen dieser Seite. Der Gottesdienst brachte die ‚neue‘ Lutherbibel an ihrem genuinen öffentlichen Ort in Lesung, Predigt, Gebet zur Sprache und zum praktischen Vollzug dessen, was an exegetisch-textlicher Arbeit geleistet worden war.

Altlandesbischof Johannes Friedrich, promovierter Exeget und Leiter der Vollversammlung und anderer Gremien der Deutschen Bibelgesellschaft und Mitglied im Lenkungsausschuss des Revisions-projekts, knüpfte in seiner Predigt an das Pauluswort: „Ihr seid der lebendige Brief Christi“ an, das uns als die Adressaten wie als Bezeugende der biblischen Botschaft, die mit dieser Bibel leben, in den Blick nimmt, wobei es auch um die spannungsvolle Dialektik von Buchstabe und Geist geht.

In seinem – auf sehr gut mitvollziehbare Weise – komplexen, luziden und sehr prägnanten Vortrag führte Prof. Dr. Christoph Kähler, em. Hochschullehrer für Neues Testament und ehem. Forschungs-rektor der Universität Leipzig, dann Landesbischof in Thüringen und stellv. Ratsvorsitzender der EKD, der der Vorsitzende des Lenkungsausschusses für die Revision der Lutherbibel 2017 war, in das Revisionsprojekt, seine Hintergründe, Geschichte, die entwickelten Zielsetzungen und Kriterien, den Umgang mit dem Luthertext in seinen – verschiedensten – Fassungen, den Umgang mit zu berück-sichtigenden Erkenntnissen der neueren und neuesten Exegese, das Ziel einer Wiederherstellung des Duktus der Luthersprache u. v. a. ein, das hier nicht im Einzelnen benannt werden kann.

Anhand dieses großes Gemäldes, in dem auch viele Textbespiele zur Sprache kamen, entstand ein imposan-tes Bild von dem, was an Fragestellungen, Prozessen, Entscheidungsfindungen und Ergebnissen in diesem gewaltigen Werk steckt. Die Diskussion, an der sich auch mehrere Leute, die sich beruflich intensiv mit Sprache befassen (Germanistik, Musik, eine Übersetzerin u. a.), zeigte den tiefen Ein-druck, den dieses Werk und nicht zuletzt dessen Ergebnis hinterlassen haben. Hinterher sagten einige in Nachgesprächen bei einem Glas Wein, nach vorheriger Skepsis würden sie jetzt begeistert auf die Lutherbibel 2017 zugreifen.

Diese beiden Veranstaltungen waren in unserem thematischen Auftakt zum Reformationsjubiläum an eine Gemeinde- und Stadtöffentlichkeit gerichtet (daher auch die Kooperation mit der Evang. Stadtakademie). Im selben Kontext gab es noch zwei weitere, die an Zielgruppen orientiert waren.

Am Sonntag nach dem Gottesdienst mit Altlandesbischof J. Friedrich um 11.15 Uhr gab es in der KinderKreuzKirche folgendes auf das Thema bezogene Ereignis: „Was machte Luther auf der Wartburg“ Familiengottesdienst um Martin Luther, die Bibel und die Kraft der Sprache.

Und am Nachmittag vor seinem öffentlichen Vortrag war Prof. Kähler in der Kreuzkirche mit seinem Thema zu Gast in der Pfarrkonferenz des Kapitels München-Mitte, wo er seine Ausführungen sehr gezielt auf ein u.a. mit den biblischen Sprachen vertrautes theologisches Fachpublikum ausrichtete, das seine exzellenten Ausführungen sichtlich zu genießen wusste.

Bild © Rainer Sturm by pixelio

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