Reformationsjubiläum in Bayern
Luther und seine Folgen, ökumenische Kanzelrede

Prien, 18.06.2017. Die Christuskirche in Prien bereitete zum diesjährigen Reformationsjubiläum ein ganz besonderes ökumenisches Programm vor – den Besuch des ehemaligen Bundestagpräsidenten Wolfgang-Thierse. Sein Thema: „Christsein in der Einwanderungsgesellschaft“. Thierse – früher selbst Flüchtling – betonte, dass der Umgang mit Flüchtlingen und Asylbewerbern in menschlich akzeptabler Weise, aber auch mit kühlem Kopf und rationalem Vorgehen zu geschehen habe. Es gäbe nun einmal Menschen aus anderen Kontinenten, die in Deutschland neue Heimat suchen, weshalb man sich die Ursachen und Gründe genauestens ansehen müsste. Das ändere nichts daran – und dies sei ebenso wichtig -, dass für die Einwanderung klare Vorgaben und Bedingungen einzuhalten wären. Deutschland müsse dringend klären, was die Bedingungen und Forderungen einer Aufnahme und später einer gelingenden Integration sind.

Thierse: „Nur wer sich selbst akzeptiert hat, kann Akzeptanz anderen gegenüber gewähren und ebenso von ihnen Akzeptanz fordern.“ So könne Integration nur gelingen, wenn die aufnehmende Gesellschaft einen Grundkonsens – mehr als nur eine „Leitkultur“, verfasst in ein paar Zeilen eines bürokratischen Textes – festlegt, sowie engagiert für ihre Grundüberzeugung eintritt. Besonders an Christen und Christinnen gewandt, sagt Thierse, dass sich Kirchen und ihre Mitglieder aktiv und engagiert in eine Debatte einbringen sollten, sodass der Staat diese Grundwerte festigen kann.

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