Reformationsjubiläum in Bayern
LUTHER, Oratorium von Andreas Hantke
München 08. Oktober 2017

Am Sonntag den 8. Oktober führte der Kantatenchor München in seiner „Heimat“, der Evang.-Luth. St. Johanneskirche in München-Haidhausen, das Oratorium LUTHER von Andreas Hantke aus dem Jahre 1996 auf. Der lang anhaltende Applaus nach dem Schlusschor, war ein deutlich hörbares Zeichen dafür, dass das Werk, das in acht z.T. szenischen Abschnitten die wichtigsten Stationen im alles andere als geradlinigen Leben Martin Luthers schildert, die Zuhörer bewegt und begeistert hat. Gerhard Monninger, der bis Ende der 1990er Jahre Pfarrer an St. Johannes gewesen war, und selbst der Aufführung beiwohnte, hat in seine Textvorlage zahlreiche Zitate Luthers einfließen lassen. Mit dem Instrumentarium eines Streichquintetts, Klavier sowie Querflöte und Saxophon betrachtet Kirchenmusiker und Komponist Andreas Hantke die Gefühlswelt Luthers. Die Träger der Handlung sind ein Erzähler – dargestellt durch den bekannten Sprecher Konrad Wipp – und Luther selbst, dargestellt durch den jungen Bariton Manuel Kundinger; dazu der Chor, der – in der Szene „Luther vor dem Reichstag“ und den „Tischgesprächen“ – auch quasi-szenisch in Erscheinung tritt und darüber hinaus das Geschehen in den Chören des Oratoriums reflektiert; durch diese Chöre ziehen sich musikalische Zitate bekannter Luther-Choräle, beginnend mit den Anfangstönen von „Nun freut euch, lieben Christen gmein“ im Eingangschor „Ein Christenmensch ist ein freier Herr…“ über „Aus tiefer Not“ bis hin zu einem Kanon über „Mit Fried und Freud ich fahr dahin“ zu den letzten Worten des Sterbenden im Schlusschor.

Text und Bild: Chris Mehnert