Reformationsjubiläum in Bayern
Lichtinstallation
Mühlhausen 30. Oktober 2017

Licht ist ein phantastisches Medium.
Licht verbindet und verstärkt Emotionen.
Licht erfreut die Sinne und schafft Orte der Ruhe, der Andacht und Begegnung.
(M. Stirn)

Aus den Kirchenbüchern der Gemeinde konnten wir in Erfahrung bringen, dass schon in den Jahren 1817 und 1917 das Reformationsjubiläum in Mühlhausen groß gefeiert wurde. Diese Tradition wollten wir gerne fortführen und planten hierfür für den 30. und 31. Oktober 2017 eine besondere Veranstaltung mit abwechslungsreichem Rahmenprogramm rund um das Thema Reformation und Martin Luther.

Eine historische Tradition zu diesem Jubiläum war die Beleuchtung des Kirchturmes. Bereits 1817 wurden die Schalllöcher der Glocken und die Turmspitze farbig beleuchtet. Im Jahr 1917 spielte dann noch der Posaunenchor als Turmbläser. Die beiden Kirchenvorstände haben dies für sich als Grundlage genommen in Mühlausen eine Lichtinstalltion an und in der Kirche für den 30. und 31. Oktober zu installieren. Wir wollten damit die Tradition aufgreifen und mit neuen technischen Möglichkeiten in die Moderne umsetzen. Die Kirchenfassaden, der Turm und das Innere des Kirchenschiffs sollten in Szene gesetzt werden. An eine Seite der Fassade wurden Sprüche, Zitate und Bilder zum Thema Reformation projeziert.

Um 18:00 Uhr wurde mit feierlichen Geläut das Reformationsfest begangen. Die Kirche erstrahlte in gleißenden Licht und war bereits von den umliegenden Orten aus sichtbar. Das Pfarrhaus erstrahlte im Kerzenlicht und an der Kirchenfassade zum Kantorsgarten luden Zitate und Bilder rund um die Reformation zum nachdenken ein (siehe Anlage). Hierbei wurden auch Banner aus Wittenberg gezeigt, welche uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurden. Im Inneren der Kirche leuchteten die verschiedenen Farben im Altarraum und an der Orgel. Vom Glockengestühl aus spielte der Posaunenchor, unter Leitung von Wilhelm Schmidt, als Turmbläser die Eröffnungsfanfare herunter. Holger Höhnlein (Kirchenvorstand Mühlhausen) sprach die ersten Begrüßungsworte an alle anwesenden Gäste und Helfer. Ihm folgte Vakanzvertreter Pfarrer Andreas Sauer. Der Posaunenchor spielte dann ein weiteres Stück vom Turm herab. Im Sinne der Ökumene richtete anschließend Padre Gabriel Ramos von der katholischen Gemeinde St. Gertrud Wachenroth sein Grußwort ans Publikum. Ihm folgte ein gemeinsames ökumenisches Grußwort der Bürgermeister Klaus Faatz (Mühlhausen) und Friedrich Gleitsmann (Wachenroth). Abschließend spielten die Turmbläser „Eine feste Burg ist unser Gott.“

Ca. 400 Menschen waren zu diesem Zeitpunkt schon anwesend und verteilten sich um die Buden und Stehöfen. Bei Lutherbier, Glühwein, Bratwürsten, Laugenstangen, Pizza, Flammkuchen und selbstgebackenen Kuchen konnten die Menschen die Atmosphäre bis zum Gottesdienst genießen.

Um 19:30 Uhr begann dann der ökumenische Gottesdienst der besonderen Art mit Präparandenvorstellung. Jeder Besucher erhielt einen Zettel mit der Aufschrift: „Beten heißt: Gott den Sack vor die Füße werfen.“ und einem Kugelschreiber mit der Aufschrift: „Dein Gebet kommt an! 500 Jahre Reformationsjubiläum Luther 2017“ Dies war ein wichtiger Teil im Gottesdienst. Alle Anwesenden konnten hier ihre Gebete, Sorgen und Gedanken aufschreiben, welche die Konfirmanden später mit Jutesäcken einsammelten und vor den Altar warfen. Die Band Herz Töne eröffnete den Gottesdienst in der vollbesetzten Kirche, ca. 430 Personen. Die wechselnden Farben der Lichtinstallation, schafften eine besondere Atmosphäre.

21:30 Uhr, nach dem Umbau in der Kirche, steht nun ein Taizé-Kreuz vor dem Taufstein und gelbe und rote Tücher liegen am Boden davor. Der Kirchenraum ist in gelb und orange getaucht. Es spielten als Musiker Ingrid Geyer am Klavier, Ulrike Polifke und Clemens Polifke (kath. Gemeinde) an der Gitarre. Der Projektchor unter der Leitung von Fr. Geyer begleitet die Taizégesänge. Alle Kirchenbesucher erhielten Eingangs ein Liedblatt und eine Kerze. Schätzungsweis 150 Personen nahmen an der Nacht der Lichter nochmals teil. Als im Verlauf des Gebets die Kerzen angezündet wurden, wurde das Licht im Kirchenschiff ausgeschaltet und nur noch der Altarraum leuchtete. Eine Besucherin meinte es war fast wie in Taizé selbst gewesen. (Den Ablauf für die ökumenische Nacht der Lichter mit Taizégebet finden sie im Anhang.)

Danach wurde an den Stehöfen der Abend gemütlich ausklingen lassen. Gegen Mitternacht wurde die Beleuchtung dann ausgeschaltet.

 

Dienstag 31. Oktober 2017

09:00 Uhr der Gottesdienst mit Abendmahl zum Reformationsfest mit Pfr. i. R. E. Sperl beginnt in Mühlhausen. Mitgestaltet wurde der Gottesdienst von der Orgel, vom Posaunenchor Mühlhausen und dem Liederkranz Frohsinn Mühlhausen. Im Anschluss wurde vor der Kirche, an der Stele des ökumenischen Bibelwegs, eine von der Familie Marga und Hans Schmidt gespendete Lutherrose von den Vertrauensleuten Bernd Holler und Lore Bär gepflanzt.

Um 10:15 Uhr fand der Gottesdienst mit Abendmahl in Weingartsgreuth statt. Umrahmt wurde dieser vom Posaunenchor Weingartsgreuth und der Orgel.

Am Nachmittag richteten die vielen freiwilligen Helfer wieder die Buden und Stehöfen her. Um 17:00 Uhr kamen die Trommler und Bläser (Posaunenchor Mühlhausen, 2 Bläser aus Weingartsgreuth und Pfr. i. R. H. Weniger) und probten nochmals im Gemeindehaus vor ihren Auftritt am Abend. Leitung der „Luther-Gugge“ (Bläser und Trommler) Timea Teleki aus Nürnberg. Die Trommler stammen meist aus Nürnberg und wurden unterstützt durch Freunde aus Höchstadt und Albach. Die Maskierung war gedacht um anonym zu sein, „bunte, schrille Vögel.“ Pfr. H. Weniger kündigte an, dass die Musiker wünschen vor der Kirche zu spielen. Er selbst wolle aber zum Abschluss noch drei Lieder in der Kirche nach dem Auftritt der Gugge-Musiker spielen.

18:00 Uhr die Kirchenglocken läuten den Abend ein. Wieder strömen viele Menschen zur Kirche und sammeln sich um die Stehöfen und Buden.

Um 18:30 Uhr begrüßte Kirchenvorstand Holger Höhnlein die Gäste und kündigte Edwin Klein mit seinem humoristischen Vortrag „Luther und die deutsche Sprache“ an. Mit den Worten „Hier stehe ich und kann nicht anders“ eröffnete Kirchenvorstand Hr. Klein seinen Vortrag. Ca. 35 – 40 Minuten brachte er Zitate von Luther und erklärte diese dem großen Publikum.

Kurz vor 19:30 Uhr warten viele Menschen in der Kirche auf die Musiker von Samba meets Reformation. Nach einem kurzen Hinweis gingen sie in den hinteren Kirchhof, denn gespielt wurde am Turm vor der Kirche. Hier waren mehr als 400 Menschen versammelt, als die Musiker dann um halb acht vom Gemeindehaus vor die Kirche zogen. Dort spielten sie dann als Kontrapunkt zum Reformationsjubiläum: mit einem schrillen, bunten, lauten Spontanchor „Fränkische Reformationskapelle“ – „Luther-Gugge“, bekannte Luther-Choräle mit Samba-Rhythmen verbunden, nach dem Vorbild der Schweizer Gugge-Musik; zur Umsetzung hatte Timea Teleki die Leitung übernommen. Das Konzert dauerte ca. eine halbe Stunde.

Um 20:15 Uhr sammelten sich alle Gäste nochmals in der Kirche. In den vollbesetzten Kirchenbänken warteten sie, auf das Konzert vom ehemaligen Mühlhäuser Pfarrer Heinrich Weniger. Er spielte zusammen mit Organistin Ingrid Geyer und Timea Teleki an der Geige, seine selbstgeschrieben Lieder: „Es lebe die Reformation und Mühlhäuser Glocke.“ Nach einem kurzen Wort von Pfr. Weniger, bedankte sich Hr. Höhnlein nochmals bei allen Helfern, Musikern und Gästen für ein wunderbares Fest. Als Abschluss in der Kirche wurde dann gemeinsam „Verleih uns Frieden gnädiglich“ gesungen. Danach klang der Festabend an den wärmenden Stehöfen aus. Noch bis 23:00 Uhr blieb die Kirche beleuchtet.

Großen Zuspruch bekamen wir aus den Nachbargemeinden (in vielen evang. Nachbargemeinden gab es keine besonderen Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum.) Es gab spezielle Kugelschreiber, Lutherbier aus Trabelsdorf von der Brauerei Beck und Bierkrüge mit dem Abbild Martin Luthers.

Holger Höhnlein

http://erh-tv.de/portfolio-items/trailer-zur-dvd-reformationsfeier-muehlhausen/

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