Reformationsjubiläum in Bayern
REFORMATION & NEUE MUSIK IN FÜRTH

Neue Werke zu reformatorischen Themen hat KMD Sirka Schwartz-Uppendieck in Fürth uraufgeführt. In den drei Konzerten ist es gelungen, einem breiten Publikum

  • persönliche Zugänge zu reformatorischen Themen
  • in emotional berührender neuer Kirchenmusik
  • mit einer repräsentativen Vielfalt künstlerischer Handschriften zu vermitteln.

Gesang der Argula

Eine Frau entdeckt ihre eigene Stimme und bricht das ihr verordnete Schweigen: Darum geht es im „Gesang der Argula“ von Tina Ternes (Musik) & Michael Herrschel (Text), der im Auferstehungskonzert am 12. Mai 2017 in der Auferstehungskirche Fürth uraufgeführt wurde. Der „Gesang der Argula“ ist eine Hommage an das Leben der Reformatorin Argula von Grumbach. Die rhythmisch-fetzige, emotionale und wilde Musik vermittelt pure Aufbruchstimmung. Andrea Wurzer (Sopran) sang die Rolle der Argula, das Farrenc Ensemble (2 Oboen, 2 Hörner & Streichorchester) musizierte unter meiner Leitung. Die Uraufführung war eingebettet in ein klassisches Programm mit Werken von Mozart und seiner französischen Zeitgenossin Julie Candeille. Das Konzert war ein perfekter Start ins Cantate-Wochenende. Bei gutem Wetter kamen Gäste von weither, flanierten im Stadtpark und nutzten die Gelegenheit, die Auferstehungskirche und ihre Gemeinde kennen zu lernen. Im Anschluss an das Konzert ergänzten spontane Kirchenführungen, Lesungen und Diskussionen zum Thema „Freiheit“ das musikalische Programm.

Donum divinum

Für das traditionelle Sommernachtskonzert der Kirchenmusik Fürth, das dieses Jahr am 30. Juni 2017 in der Kirche St. Paul stattfand, hat die Münchner Komponistin Dorothea Hofmann ein „lutherisches Orgelkonzert“ geschrieben. Frei nach dem Ausspruch „Musik ist die beste Gottesgabe“ trägt es den Titel „Donum divinum“. Die festliche Uraufführung, die ich zusammen mit dem Fürther Elisen Quartett gestaltete, wurde europäisch-ökumenisch flankiert: mit Musik des Lutheraners Bach, des Katholiken Mozart und der anglikanischen Mozart-Zeitgenossin Maria Hester Park. Auch dieses Konzert fand sehr positive Resonanz.

Reibungsfläche Reformation

Für die 54. Fürther Kirchenmusiktage im Spätherbst wählten wir das Thema „Reibungsfläche Reformation“. In den Mittelpunkt des Abschlusskonzerts am 26. November 2017 in der Auferstehungskirche stellte ich zwei für diesen Anlass komponierte Orchesterlieder, die neue Perspektiven auf die Lebensgeschichte von Katharina von Bora eröffnen: ihre Flucht aus dem Kloster („Revolte“ von Dorothee Eberhardt) und ihre Hochzeitsnacht in Wittenberg („Glasbild mit Steinen“ von Lorenz Trottmann, Texte: Michael Herrschel). Die Rolle der Katharina gestaltete die Sopranistin Laura Demjan von Staatstheater Nürnberg. Es musizierte das Farrenc Ensemble, das ich gemeinsam mit dem Dirigenten Bernd Müller leitete. Die Uraufführungen erklangen im Wechsel mit barocker, klassischer und frühromantischer Musik für Klavier und Orchester: Von Bachs mitreißender Sinfonia-Ouvertüre aus der Kantate BWV 146 spannte sich der Bogen über das Allegro aus dem d-moll-Konzert von Mozart bis hin zum entfesselten Rondo aus dem C-Dur-Konzert von Beethoven – Aufbruchstimmung pur, die zu vielen begeisterten Rückmeldungen auch in den Tagen danach führte.

Auszüge aus der Presse

Sirka Schwartz-Uppendieck

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