Reformationsjubiläum in Bayern
Katharina von Bora Fest
Rödental-Mönchröden 14. Juli 2017

Beim „Frauen-Openair“ in Rödental widmet man sich dem Wirken von Katharina von Bora. Daneben kommt aber auch die Geselligkeit nicht zu kurz.

Rödental. Rund 250 BesucherInnen sind der Einladung zum „Frauen-Openair“ in Rödental gefolgt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Luther-Gattin Katharina von Bora. Ein Jahr lang hatten jeweils zwei Frauen aus den fünf Kirchengemeinden aus Rödental in ökumenischer Mission das Konzept für einen Abend erarbeitet, der keine Wünsche offen ließ. Es gab Angebote zum Lachen, Essen, Trinken, sogar ein eigens gebrautes  Katharinenbier wurde angeboten.

Eigentliches Ansinnen des Festes von und für Frauen aber war die Auseinandersetzung mit dem Wirken Luthers. Man sollte den Brücken-schlag zum Hier und Jetzt finden, betonte Pfrin. Margret Rucker in ihrer Begrüßung.

„Es war nicht gut, dass Martin Luther alleine war und so hat Gott ihm eine Gefährtin gemacht gemacht, Katharina von Bora, und siehe, es war gut.“ Eine prächtige Katharina Lutherin gab Christa Barsch ab: Lebensnah und bodenständig erzählte sie von der Flucht aus dem Kloster, der Ehe mit Martin, wie sie Haus und Betrieb auf Vordermann brachte. Sehr modern klingt dieses Leben vor 500 Jahren und es waren sehr viele Rahmen, aus denen sie mutig trat: den der Kirche, des Elternhauses, der Gesellschaft. „Ex-Nonne heiratet Ex-Mönch“, das würde auch heutzutage noch für Schlagzeilen sorgen.

Einen starken Lebensrahmen haben sich auch die beiden Ordensschwestern Susanne aus der evangelischen Christusbruderschaft Selblitz und Claudia von den Franziskanerinnen in Vierzehnheiligen gegeben. In ihren von Anke Kroll moderierten Schilderungen wurde aber deutlich, dass sich in ihm das pralle Leben mit allen Facetten abspielt: anpackendes Management, Führungsarbeit, aber vor allem geistliche Begleitung von Menschen. „Wir trennen nicht zwischen Arbeit und Freizeit“, so Schwester Susanne, „alles zusammen ist das Leben“. Auszeiten seien auch für sie nötig, damit die Kraftquellen nicht versiegten. Kostspielige Hobbys fielen dabei aber aus, denn beide leben in Armut und Gehorsam und in der Ausrichtung auf Gott.

„Wenn Frauen feiern, dann gibt es auch etwas Gutes zu essen“, eröffnete Anke Kroll das prallgefüllte Fingerfood-Buffet. Nach Stärkung lockten verschiedene Stationen. Eine große Gruppe fand zum meditativem Tanz zusammen, andere stöberten am Büchertisch, der Weltladen bot ein kleines Spektrum seines Sortiments an. Im Reformationsjahr haben sich die Rödentaler Kirchengemeinden ein ganz besonderes Projekt vorgenommen: Sie wollen mit Luther die Erfahrung teilen, die Bibel einmal abgeschrieben zu haben, und zwar das Lukas-Evangelium. Die handschriftlichen Blätter werden später zu einem Gesamtwerk, der Rödentaler Bibel, gebunden.

An einem anderen Tisch lebten sich Kreative aus und stellten Lesezeichen mit Sprüchen aus der Bibel her. Auf dem Weg zur Schlussandacht traten dann alle Frauen noch einmal singend durch den Rahmen.

Text: Neue Presse Coburg

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