Reformationsjubiläum in Bayern
Katharina –Lutherin zu Wittenberg
Germering 23. Juni 2017

Die Theateraufführung wurde durchgeführt als Einstimmung zur Ausstellung „Frauen der Reformation“, die zurzeit noch im Gemeindehaus zu sehen ist. Das Theater war am Freitag, den 23. Juni, die Ausstellung wurde am Sonntag, den 25. Juni eröffnet.

Die Bühne der Kirchengemeinde und die Möglichkeit die Kirche komplett zu verdunkeln, schuf eine perfekte Theateratmosphäre, von der die Schauspielerin Marjana Angelina begeistert war.

Als Katharina von Bora unterhielt sie sich mit imaginären Personen. Als erstes mit Frau Magister Reichenbach, ihrer ersten Hausmutter nach der Flucht aus dem Kloster. Ihr erzählte sie die Umstände, wie sie ins Kloster gekommen war und gab so den Zuschauern die Möglichkeit die Kindheit von Katharina mitzuerleben.

Die große Hitze dieses Sommerabends hinderten Marjana Angelina nicht daran, die Zuschauer mit in das Leben von Katharina von Bora mithineinzunehmen:  Die Freude und die erste Verliebtheit in Hieronymus Baumgartner, die Enttäuschung über die Ablehnung der Heirat durch seine Eltern, weil sie eine entlaufene Nonne war; Die Umstände, die Heirat,  die Liebe zu Martin Luther und später auch die Sorge um die Gesundheit ihres Ehemanns. Besonders anschaulich spielte sie auch die Tatkraft von Katharina, wie sie ihr Haus bestellte, zupackte und organisierte, im Diskurs mit ihrem Ehemann Martin, dass sie alle Menschen in ihrem Haus satt bekam und gesund behielt. „Im Sommer brauche ich einen Garten, im Winter einen Ofen.“

Die Zuschauer erlebten Katharina als eine selbstbewusste und stolze Frau, ohne diese Eigenschaften hätte sie das Leben und ihren Hausstand nicht so meistern können. Doch die Schicksalsschläge, ließen sie auch zweifeln und ihren Schmerz laut hinausschreien. Der Schmerz über den Tod ihrer beiden Kinder Elisabeth und Magdalena, die Hilflosigkeit gegenüber dem Tod, machte Marjana Angelina in der ganzen Kirche spürbar. Auch später im Stück, als Katharina die Todesnachricht ihres Mannes bekam und sie sich voller Zweifel an der Bibel festhielt, wurde die Rechtlosigkeit der Frau im Mittelalter den Zuschauern noch einmal deutlich vor Augen geführt, als Katharina ohne Vormund nicht einmal ihr Erbe antreten durfte, obwohl Martin Luther das im Testament so verfügt hatte.

Die letzten Jahre der Katharina Lutherin sind überschattet von der Trauer, der Sorge um ihre Kinder, von Krieg, Pest und Flucht, wobei sie sich bei ihrer letzten Flucht so sehr verletzt, dass sie nach drei Monaten Siechtum stirbt.

Das ganze Stück wurde durch Licht, Ton und Musik und mittelalterliche Requisiten unterstützt, die es den Zuschauern möglich machten, in eine ganz andere Zeit und Welt einzutauchen und mit dem Stück mitzugehen.

Der Theaterabend klang mit Sekt und Knabbereien im Hof der Jesus Christus Kirche aus. Hier kamen die Zuschauer und die Zuschauerinnen miteinander und auch mit Marjana Angelina ins Gespräch. Ich hörte nur begeisterte Stimmen über die Schauspielerin und das Stück und was für eine gute Idee das gewesen sei, sie nach Germering zu holen.

Ruth Freiwald
Pfarrerin

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