Reformationsjubiläum in Bayern
Geschichten, die uns bewegen

Studientag „Ökumenische Spurensuche“ für Muliplikator*innen am 20. Juli 2016 im CPH, Nürnberg

Ein Angebot für Interessierte und erfahrene Erwachsenenbildner/innen, Historiker, Ökumeniker, Erzählmoderatoren, Seelsorgerinnen und Seelsorger… (aus ganz Bayern) zum Reformationsgedenkjahr und Baustein für die Jahresplanung 2017 der lokalen bzw. regionalen Bildungseinrichtungen oder Einsatzfelder, um vor Ort ein attraktives Format zu gestalten, das nicht nur rückblickend sondern gegenwartsbezogen und zukunftsweisend ist.

Ziele

  • Den Ansatz „Healing of memories“ im Blick auf 500 Jahre Reformationsgedenken (in den
    Regionen Bayerns) für die Entwicklung eigener Veranstaltungsformate fruchtbar machen.
  • Zwei Veranstaltungsformate kennenlernen und praxisbezogen reflektieren:
    • LebensGeschichten, die der Glaube schreibt…Biographische Spurensuche
    • Glaubens-Geschichten, die unser Ort erzählt …Konfessionelle Zeichen und ökumenische
      Spuren
  • Impulse und Anregungen für die Vorbereitung und Gestaltung eigener Formate erhalten
  • Grundinformationen zu den Ansätzen Biographiearbeit und Oral History bekommen
  • Aufriss der konfessionsgeschichtlichen Eckpunkte in Bayern
  • Ökumenische Entwicklungen und Meilensteine wahrnehmen und würdigen
  • Auf eigene spirituelle Spurensuche in St. Klara gehen…

Vorbereitung/Referent*innen

  • Dorothea Kroll-Günzel, kda bayern, Nürnberg, Oral History
  • Josef Gründel, Stv. Ökumenereferent der Erzdiözese Bamberg
  • Theresa Höppler Praktikantin forum erwachsenebildung Nürnberg
  • Dr. Hans M. Horst, Päd. Leiter Kath. Erwachsenenbildung Erlangen
  • Cornelia Stettner, Päd. Leiterin forum erwachsenenbildung, Nürnberg, Biographiearbeit
  • Wolfgang Wurch, Päd. Leiter des Evangelischen Bildungswerks Bamberg

Referentin: Schwester Dr. Nicole Grochowina, Lehrstuhl für Geschichte d. Neuzeit, Erlangen

Teilnehmer*Innen/Durchführung

Insgesamt waren 24 Teilnehmende (11 Frauen/13 Männer; konfessionell ziemlich gleichverteilt) mit unterschiedlichen beruflichem Hintergrund aus fast allen Regionen Bayerns anwesend und sehr interessiert/motiviert. Das Programm konnte wie geplant durchgeführt werden. Am Nachmittag besuchten 7 TN den Workshop „Projekt LebensGeschichten“ und 15 TN (2 TN mussten zu Mittag gehen) das Angebot zum Projekt Glaubens-Geschichten. Die TN des Multiplikatorentages erhielten neben den Vorträgen (z.T. als PPP-Ausdruck) alle in beiden Pilotprojekten verwendeten Materialien sowie eine 14-seitige Zusammenstellung (Reader) mit Impulsen, Anregungen, Adressen…, die helfen, ähnliche Projekte zu entwickeln.

Ergebnis/Auswertung

Es war ein sehr gelungener Studien- und Workshoptag, der bei den mitgebrachten persönlichen und regionalen Bezugs- und Berührungspunkte der TN ansetzte. Die anschließende historische Ergänzung/Einordnung war aufgrund der vorher nicht detailliert bekannten Ausgangslage der TN nicht einfach zu gestalten. In engagierter Art konnte Sr. Nicole wichtige historische und kulturelle Aspekte nennen, die im Zeitraum der Reformation im geopolitischen Kontext und in der Folge für die Menschen und die Gesellschaft in Bayern bedeutend waren und wurden. Ebenso wurde – blitzlichtartig und regional gewichtet – die damit verbundene 500-jährige Abgrenzungs-, Annäherungs- und Versöhnungsgeschichte erkennbar. Sehr positiv wurden die fundiert vorgestellten theoretischen Grundinformationen zu den Ansätzen von Biographiearbeit und Oral History erlebt, was sich auch in vielen interessierten Nachfragen (Diskussion) zeigte.

Kritisch wurde in der abschließenden Team-Auswertung bemerkt, dass der Aspekt des „Healing of memories“ (Heilung der Erinnerung) in der Konzeption und Durchführung des Tages zu kurz kam. Lediglich in der Begrüßung und bei einer Nachfrage wurde knapp darauf eingegangen.

Die offene Einladung zur persönlichen Spurensuche in/um St. Klara wurde von mehr als der Hälfte der TN wahrgenommen und als durchaus positiv und inspirierend erlebt. In den Workshops wurden die Konzepte und Überlegungen sowie die Erfahrungen der beiden durchgeführten bzw. geplanten Pilotprojekte mit großem Interesse aufgenommen.

Der Workshop „Projekt Glaubens-Geschichten“ begann mit Hinweisen zu einer vielschichtigen Vernetzung im Blick auf mögliche Projekte und eine gute (ökumenische) Kommunikation vor Ort. Mit Bezug auf die im Einzelnen nochmal dargestellten Umsetzungsmöglichkeiten und Bausteine entwickelten die Teilnehmer der Workshop-Gruppe konkrete Ideen für eigene Veranstaltungen und Formate. In Kleingruppengesprächen wurden diese Ideen mit anderen Teilnehmer verändert, gestärkt oder präzisiert. Dabei wurden lokale/regionale Gestaltungformate ins Gespräch gebracht (z.B. Ökumenischer Familientag mit Spurensuche, Verknüpfung von Biographie-Format und ortsgeschichtlichen Spuren, konkrete Orte [Stiftskirchen] und Räume mit wichtiger historischer, konfessioneller und ökumenischer Perspektive vorstellen und begehen, Lust auf „kleinere“ Formate vor Ort…). Auch die Abschlussrunde brachte für die TN noch Ideen für ihre eigenen Projekte und die Möglichkeit der Rückfrage. Die Rückmeldungen der TN zur Präzisierung im Workshop waren sehr positiv.

von Dorothea Kroll-Günzel

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