Reformationsjubiläum in Bayern
Fahrt nach Wittenberg mit Begleitern aus Vitoria, Brasilien

Vom 15.06.-02.07.2017 besuchten 6 Delegierte der Paróquia Vitória, Espirito Santo, Brasilien, die Friedenskirche-Gemeinde Dachau.
Thema des internationalen Partnerschaftsaustausches war die „Ausbreitung der Reformation in Altbayern und durch die Emigration nach Brasilien“. Hinführung zum Thema erfolgte über die Biographie Martin Luthers und die Verbreitung der Reformation, schwerpunktmäßig in Bayern.

Auftakt zum Thema war der Film „Luther“ mit Joseph Fiennes, gefolgt von einer Wanderung von Ettal nach Oberammergau, einer Etappe auf Luthers Pilgerweg von Rom durch Bayern. Ein weiteres Ziel war Augsburg, eine der wichtigsten Städte in Sache Reformation. Die Situation der Evangelischen im katholischen Altbayern veranschaulichten Besuche in Kemmoden, eine der ersten evangelischen Siedlungen in Bayern, und in München.

Die Reise nach Wittenberg begann mit einem Besuch der Reichsstädte Donauwörth und Weißenburg, die Stationen auf Luthers Flucht aus Augsburg 1518 waren, und zudem entscheidend zur Ausbreitung der Reformation beitrugen. Zwischen Itzing und Monheim folgten wir dem Reformator ein Stück auf Schusters Rappen.

Insbesondere Nürnberg, durch seine verkehrsgünstige Lage, seine führende Rolle beim Buchdruck,  die Humanistenbewegung und schließlich als selbstbestimmende freie Reichsstadt, wurde zu einem der wichtigsten Orte im Hinblick auf die Ausbreitung von Luthers Lehren. Von hier wurden seine Schriften in ganz Europa verbreitet und durch die Einsetzung von reformierten Predigern, den Bürgern nahe gebracht. Deutlich wurde dies beim Besuch der beiden evangelischen Kirchen St. Lorenz und St. Sebald, im Vergleich  zur, heute wieder, katholischen Kirche St. Klara. Die Ausstellung in der Kaiserburg veranschaulichte Folgen der Reformation, wie die Bauernaufstände und Religionskriege.

Die Wartburg bei Eisenach war eine der imposantesten Stationen. Die nationale Sonderausstellung bot viel Gesprächsstoff für unsere themenspezifischen Diskussionen, ebenso wie der Besuch des Augustiner-Klosters in Erfurt. Beim Stadtrundgang mit dem Erfurter Nachtwächter wurde klar, dass sich die meisten Städte in Glaubensfragen nach ihren Landesfürsten richten mussten.

Am Lutherstein in Stotternheim legten wir einen kurzen Stop ein, bevor es über Luthers Geburts- und Sterbeort Eisleben, nach Wittenberg ging.

Wittenberg erkundeten wir zunächst in Begleitung „Herrn Melanchthons“. Auch das „Asisi Panorama“ war ein „Muss“, ebenso wie ein Besuch der Schlosskirche mit den Gräbern von Luther und Melanchthon, der Stadtpfarrkirche St. Marien und die Cranachhöfe.

Der zweite Tag in Wittenberg war für die Weltausstellung reserviert. Frau Mann, die an diesem Tag den Stand der ELKB betreute, begrüßte uns in perfektem Portugiesisch und erklärte uns zunächst die tiefere Bedeutung der „langen Krippe“. In der Diskussionsrunde, an welcher sich weitere Besucher der Weltausstellung beteiligten, wurde über die Situation der Kirche in Brasilien und die von ihr übernommenen Aufgaben gesprochen. Eine kurze Andacht beendete unseren Besuch bei der ELKB.

Bei Besuchen und Gesprächsabenden in der Gemeinde und im Dekanat, sowie in der Diakonie, fand ein reger Austausch über die Tätigkeiten, als auch die Stellung der evangelischen Kirche in den beiden Ländern, statt.

Die gewonnenen Erkenntnisse, über die jeweils andere Gemeinde und ihr Land, und die gemeinsamen Gespräche, schufen neue Freundschaften und bestärkten darin, die Partnerschaft weiter zu vertiefen und weiterhin regen Kontakt zu halten. Alle Beteiligten
waren sich einig, dass es sich lohnt, sich für eine lebendige evangelische Kirche zu engagieren und Brücken zu bauen, auch über die Grenzen hinaus. Gemeinsam können wir viel erreichen.

Bei unserem Brasilien-Gottesdienst am 15.10.2017 in der Friedensinsel Odelzhausen werden wir der Gemeinde abschließend über den  Besuch aus Vitória berichten.