Reformationsjubiläum in Bayern
Europäische Wege der Reformation
Augsburg 29. Juni 2017

Die Pfarrerin und Beauftragte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern für Hörfunk und Fernsehen beim Bayerischen Rundfunk, Mellita Müller-Hansen, begeisterte am 29. Juni
in Augsburg mit einem sehr informativen und anschaulichen Vortrag zum Thema „Reformation – eine europäische Bewegung auch in Siebenbürgen“. Darin beleuchtete sie die Hintergründe
der Reformation in West und Ost, die sich gegenseitig beeinflusst haben.

Im Gemeindesaal der St.-Andreas-Kirche in Augsburg war jeder Platz belegt, und Kulturreferentin Annemarie Klein begrüßte ganz herzlich den Hausherrn, Pfarrer Markus Maiwald, Bundesfrauenreferentin Christa Wandschneider und die Referentin, die in Großscheuern geboren wurde, Evangelische Theologie in Erlangen und Heidelberg studiert hat und seit 2014 Beauftragte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern für Hörfunk und Fernsehen beim Bayerischen Rundfunk ist. Auf den Vortrag wurden die Gäste mit dem Lied „Ein‘ feste Burg ist
unser Gott“ von Martin Luther eingestimmt, gesungen vom Siebenbürger Chor Augsburg unter der Leitung von Elisabeth Schwarz.

Melitta Müller-Hansen ging einleitend auf die Person Martin Luthers ein, der nur eines wollte, nämlich ein gottgerechtes Leben zu führen. Inzwischen Doktor der Theologie und Universitätsprofessor von Wittenberg, veröffentlichte er am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen, Gedanken und Lehren, die sich in Windeseile aus Deutschland in die ganze Welt verbreiteten. Kaufleute und Studenten brachten Luthers Schriften schon 1519 nach Hermannstadt und Kronstadt. Wegbereiter der Reformation in Siebenbürgen war Johannes Honterus,  Universalgelehrter seiner Zeit, der in Wien und Regensburg studierte. 1533 nach Kronstadt zurückgekehrt, richtete er eine Druckerei ein und veröffentlichte 1543 sein Reformationsbüchlein,
das mit einem Vorwort von Phillip Melanchthon versehen im gleichen Jahr in Wittenberg nachgedruckt wurde. 1547 erschien Honterus‘ Kirchenordnung für alle Deutschen in Siebenbürgen.
Erster evangelischer Bischof der Siebenbürger Sachsen wurde Paul Wiener, ein Geistlicher aus Laibach, auch das ein Beweis der Vernetzung Siebenbürgens mit Europa.

© Rosemarie Schwarz, Sieberbürgische Zeitung

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