Reformationsjubiläum in Bayern
... einen Vorrath an gelehrten Leuten
Heilsbronn 10. Juli 2017

Vortrag von Andreas Gößner über die Heilsbronner Fürstenschule am 10. Juli 2017

Etwa 20 historisch interessierte Menschen versammelten sich zum Auftakt der Heilsbronner Reformationsjubiläums-Festwoche am 10. Juli 2017 im Evangelischen Gemeindezentrum, um den Vortrag von Prof. Andreas Gößner (Göttingen) zu hören. Es waren vorwiegend Gästeführer/innen und Theologen/innen.

Eine Auswirkung der Reformation hier am Ort war die Gründung der „Fürstenschule“ durch Markgraf Georg Friedrich im Jahr 1582. Luther hatte solche Bildungsinitiativen inspiriert, wie mit dem Nürnberger „Melanchthon“-Gymnasium schon 1525 eine auf den Weg kam. Der Markgraf wollte für seinen Regierungsbereich „einen Vorrath an gelehrten Leuten“ ausbilden. Er hatte die Güter und Pfründen des Klosters Heilsbronn nach dessen Ende übernommen und konnte die Erträge daraus zum Aufbau einer regionalen Bildungslandschaft nutzen. In den vier Klassen der Fürstenschule, an der Beamten- und Hochschul-Nachwuchs geschult werden sollte, wurden ca. 100 Schüler kostenfrei unterrichtet. Die Idee, im Ansbacher Gebiet auch eine Hochschule zu gründen – in Feuchtwangen oder auch Heilsbronn –, konnte Georg Friedrich nicht umsetzen. Auch seine Fürstenschule wurde nicht ganz 50 Jahre alt. In den Wirren des 30-jährigen Krieges musste man sie 1631 schließen.

Immerhin sind Dormitorium und Neue Abtei des ehemaligen Zisterzienserklosters auch später vorwiegend zu Bildungszwecken genutzt worden. Nach einer Volksschule und einem kleinen Klostermuseum war hier der Gründungsort der Neuendettelsauer Augustana-Hochschule. Und mit dem Religionspädagogischen Zentrum unterer Landeskirche geschieht seit der Nachkriegszeit eine hoch qualifizierte Aus- und Weiterbildung von kirchlichen und pädagogischen Multiplikatoren/innen.

Dr. Ulrich Schindler