Reformationsjubiläum in Bayern
Ehre, dem Ehre gebührt - Martin Luther und die deutsche Sprache
Grafenwöhr 06. November 2017

Dr. Christine Ganslmayer,
Universität Erlangen, Department Germanistik/Komparatistik

„Ehre, dem Ehre gebührt.“ – Dass es sich bei diesem Zitat um eine Wendung aus der Luther-Bibel handelt (Röm. 13,7), dürfte dem heutigen Sprachverwender vermutlich unbekannt sein. Aber nicht nur Zitate und Redewendungen, sondern auch einzelne Wörter wie Sonne, Topf, Lippe oder fett haben in dieser Form erst über die Luther-Bibel ihren Weg in die heutige Sprache gefunden.

Anlässlich des Reformationsjubiläum 2017 widmete sich der Vortrag von Dr. Ganslmayer dem Phänomen Martin Luther aus sprachlicher Perspektive und würdigte den Reformator ausgehend von dessen Sprachgewalt. Wie konnte es dazu kommen, dass die Bibel in der Übersetzung Martin Luthers eine derartige Breitenwirkung erzielen konnte? Um Luthers sprachliche Leistung und deren Wirkung auf die Zeitgenossen einschätzen zu können, wurde sein Sprachschaffen in den Kontext des 15. und 16. Jahrhunderts eingeordnet. An Textbeispielen aus der Bibel wurde gezeigt, wie Martin Luther an seiner Übersetzung gefeilt und gearbeitet hat, welche Sprache er verwendete, wie sein Text in der Öffentlichkeit aufgenommen wurde und sich verbreiten konnte. Außerdem wurde ein Bogen zur aktuellen Revision der Lutherbibel geschlagen, die im Oktober 2016 erschienen ist.

In Kooperation mit einem örtlichen Buchhändler wurden an diesem Abend auch neue Luther-Bibeln zum Kauf angeboten.

Dr. André Fischer