Reformationsjubiläum in Bayern
Dr. Pankraz Freiherr von Freyberg hält Vortrag in der evangelischen Friedenskirche in Aschau
Aschau im Chiemgau 13. Mai 2017

In der Reihe von Vorträgen anlässlich des diesjährigen Reformationsjubiläums hat die evangelische Kirchengemeinde Aschau – Bernau den gleichnamigen Nachfahren des Pankraz von Freyberg zu Hohenaschau eingeladen. Pfarrerin Heckner betonte in ihrer Begrüßung, dass wir nicht 500 jähriges Lutherjubiläum feiern, sondern seine Reformation.

 

Dr. von Freyberg, der heute in Passau und Söllhuben lebt, hat Jura, Kunstgeschichte, Archäologie und Bayrische Geschichte studiert. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher kunsthistorischer Werke. An Auszeichnungen sind unter anderem das Bundesverdienstkreuz am Bande und der Bayerische Verdienstorden zu nennen. Von 1995 – 2011 war er Intendant der Festspiele der Europäischen Wochen in Passau. Zeit seines Lebens hat er sich mit der Geschichte seines Vorfahrens auseinander gesetzt, die er in bewegter und ausdrucksstarker Art, gespickt mit zeitgenössischen Zitaten und Anekdoten, vorgetragen hat.

 

Pankraz von Freyberg zu Hohenaschau (1508-1565) – ein bayerischer Unternehmer, Politiker und reformatorischer Kämpfer, dies war dann auch das Thema seines Referates. Er wurde 1508 auf Schloss Hohenaschau geboren. Nach der Übernahme der väterlichen Güter, Heirat und öffentlicher Ämter, festigt er seine Grenzen und erstellte eine Alm-, Forst- und Eisenhüttenordnung. Die Geschichte des 16. Jahrhunderts beschreibt ihn als „geschickten, fleißigen und dynamischen Mann“.

 

Nach der Reformation von Martin Luther und des Augsburger Reichs- und Religionsfriedens wurde er ein glühender Kämpfer für diese Ideen. Das er bis zum Hofmarschall unter Herzog Albrecht aufstieg (des Herzogs andere Hand) machte ihm viele Neider. Durch deren Denunziation wurde Pankraz wegen „Majestätsverbrechen“ verurteilt und in den Münchner Falkenturm geworfen. Nach seiner fünfmonatigen Kerkerhaft wurde er als schwerkranker und gebrochener Mann unter Auflagen nach Hohenaschau entlassen, wo er am 24. Dezember 1565 gestorben ist. Die große Bedeutung seines reformatorischen Geistes zeigte sich nach seinem Tode, womit die Reformationsbewegung in Bayern zu Ende ging.

 

Pankraz von Freyberg ist in der katholischen Kirche „Darstellung des Herrn“ in Aschau beigesetzt. Sein Nachfahre bedauert, dass als Zeichen der Ökumene, doch eine Gedenktafel auf die Grabstätte dieses großen Kämpfers für die Reformation hinweisen könnte, der zu Lebzeiten wenig Dank für sein Engagement und wegen seiner religiösen Einstellung erntete.

 

Die Wurzeln der evangelischen Bewegung im Aschauer Tal reichen also bis in das 16. Jahrhundert zurück und die Geschichte der Evangelischen Kirche im Priental ist eng mit dem Schloss Hohenaschau verbunden.

Das von Dr. von Freyberg in sechs Lebensabschnitte unterteilte Referat wurde vom Vokalquartett Floramonte, mit Maria Weber (Sopran), Marlene Kraft (Alt), Ralf Albert Franz (Tenor) und Bernhard Forster (Bass), umrahmt , mit Musik von Orlando di Lasso (um 1532-1594) einem Zeitgenossen von Pankraz.

Ulrich Otto

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