Reformationsjubiläum in Bayern
Dorf im Umbruch

Vom 29. Juli bis zum 3. Dezember 2017 war  im Kirchenburgmuseum Mönchsondheim passend zum Jubiläumsjahr „500 Jahre Reformation“ die Sonderausstellung „Dorf im Umbruch – Die Reformation im ländlichen Mainfranken“ zu sehen.

Mit einem Gottesdienst am Sonntag, den 30. Juli 2017 eröffnete Regionalbischöfin Gisela Bornowski feierlich die Sonderausstellung zum Reformationsjubiläum. Museumsleiter Reinhard Hüßner war es ein großes Anliegen, Einblicke in das Reformationsgeschehen auf dem mainfränkischen Land abseits der großen Reichsstädte zu geben. So stellte auch Regionalbischöfin Gisela Bornowski den Wandel der dörflichen Lebenswelt durch die Reformation und die Herausforderungen von Kirchengemeinden auf dem Land in den Mittelpunkt ihrer Predigt.

Nicht die Gläubigen selbst waren diejenigen, sondern die jeweiligen weltlichen und geistlichen Obrigkeiten, die die neue Lehre in den Gemeinden verbreiteten. Im damaligen herrschaftlichen „Flickenteppich“ Mainfranken geschah dies hauptsächlich aus einem rein politischen Kalkül heraus. Der fränkische Adel versuchte seine Machtposition gegenüber den Fürstbischöfen von Würzburg und Bamberg zu stärken und auch deren geistliche Vormachtstellung zu schwächen.

Im Ausstellungssaal im alten Gasthaus „Zum Schwarzen Adler“ erläuterten Schautafeln diese Geschehnisse in der Grafschaft Castell, dem Fürstentum Schwarzenberg, der Stadt Iphofen sowie in Markt Einersheim und Mönchsondheim. Archäologische Funde aus der Reformationszeit, Objekte zu Martin Luther, der Nachbau einer historischen Kanzel sowie einer historischen Tür für den ganz persönlichen Thesenanschlag luden zum weiteren Entdecken ein.

Das Begleitprogramm zur Sonderausstellung mit Vorträgen und Führungen nahmen zahlreiche Besucherinnen und Besucher wahr. Zur Sonderausstellung ist eine Begleitbroschüre erschienen.

Text & Bilder: Natalie Ungar, Kirchenburgmuseum