Reformationsjubiläum in Bayern
Die beste Zeit im Jahr ist mein

Einen gemeinsamen Takt und Rhythmus finden….

Man sollte meinen, einen mehrstimmigen Kanon zu lernen und singen, ist einfach, doch die Tücke liegt manchmal im Detail… genauergesagt im gemeinsamen Beginn und Ende der einzelnen Stimmen… Einen Kanon mehrstimmig zu singen, bedeutet, den gleichen Takt und Rhythmus als Grundlage dafür zu finden.

Der Kanon „Hier kann nicht sein ein böser Mut“ war für uns diesbezüglich ein ganzes Stück Arbeit.

Unsere Chorleiterin ließ uns zuerst zum Finden des Taktes durch den Raum gehen, mal schneller und mal langsamer. Anschließend sollten wir während des Gehens den 4/4 Takt mit dem Fuß auftippen. D.h. vier Schritte für den 4/4 Takt…. Schritt, Schritt, Schritt, Schritt. Es stellte sich zunächst heraus, dass  es gar nicht so einfach ist, dies in der Gruppe einheitlich umzusetzen. Wir versuchten es mit Gehen im 4/4 Takt und einstimmigen Singen.  Es klappte nicht. Also erneut im Kreis ohne Singen gehen und mit dem Fuß den Takt abgehen.

Plötzlich fingen zwei Chormitglieder an, mit dem Takt und Gehen zu experimentieren. Sie machten Zwischenschritte wie beim Tanzen vom Discofox… ein Schritt und dann den anderen Fuß heranziehen und neben dem anderen Fuß Tippen…Schritt und Tipp, Schritt und Tipp…

Unsere Chorleiterin Elena Röder übernahm diese Schrittfolge und ließ alle Chormitglieder so danach im Kreis gehen. Anschließend gingen wir mit dieser neuen Schrittfolge und sangen den Kanon einstimmig. Und auf einmal waren wir im selben Takt und Rhythmus und die Pausen hielten wir auch richtig…. Wir hatten einen gemeinsamen Takt und Rhythmus als Grundlage für das Lied gefunden.

Nun galt es, den Kanon mehrstimmig zu singen.  Elena Röder mischte uns Chormitglieder zu drei Gruppen, bestehend aus Männern und Frauen.  Sie bat uns den Takt am Platz mit den Füßen zu gehen… Schritt und Tipp, Schritt und Tipp…erst als wir alle den gleichen Takt hatten, begannen wir zunächst den Kanon alle gemeinsam zu singen und anschließend setzten die einzelnen Gruppen nacheinander ein. Und es funktionierte.  Mit gleichem Takt und Rhythmus war der für uns anfängliche schwierige Kanon auf einmal machbar und hat auch Spaß gemacht.

Die gebildeten Gruppen haben wir über mehrere Proben dann bis zum ersten Singen im Gottesdienst im Frühjahr so beibehalten. Diese Konstanz in den Gruppen half uns dabei, dass wir uns an die Stimme den Nachbarn in der Gruppe gewöhnen konnten. Sie gab uns Stabilität beim Singen.

Im Chorkonzert im Juli haben wir die Gruppenzusammensetzung geändert. Zunächst sangen den Kanon einmal alle zusammen, danach begannen die Frauengruppen nacheinander einsetzend und anschließend die Männer.

Uwe Bloch