Reformationsjubiläum in Bayern
Der Buchdruck: Anfang & Ende?

München, 29.07.2017. Die Erfindung beweglicher Druckletter durch Johann Gutenberg 1450 war eine kulturgeschichtliche Revolution. Die Wittenberger Reformation kam da gerade recht. Luther surfte auf dieser Welle und lieferte begehrte Texte zur Herstellung von Flugblättern, Flugschriften, und Bibeldrucken – sie ermöglichten den Reformationsprozess und wurden mittels der sich entwickelnden protestantischen Schriftbezogenheit auch ein inhaltliches Kennzeichen der Reformation.

Die Evangelisch-Theologische Fakultät wandte sich diesem Thema in ihrer Hauptveranstaltung zum 500jährigen Reformationsjubiläums zu. Die Veranstaltung setzte mit einer Lesung von kräftigen Luther-Texten zum Thema mit dem Ministerpräsidenten a.D. Björn Engholm ein. Ein Gespräch auf einem bunt zusammengesetzten Podium (Dr. Rafael Ball, Dr. Sandra Bils, Arnd Brummer, Prof. Dr. Jochen Hörisch, Prof. Dr. Harry Oelke, Annette Weidhas) schloss sich an. Kurze Filmclips gliederten die Diskussion. Im Wesentlichen ging es um den großen Bogen von den Anfängen des Buchdrucks im Zusammenhang mit der Reformation bis zur Frage nach der Zukunft des Buches angesichts gegenwärtiger digitaler Reproduktionstechniken. Zunächst erfolgte ein Blick auf die medialen Voraussetzungen der Reformation und deren enge Verzahnung mit der neu entdeckten Freiheitsbotschaft des Evangeliums. Vor diesem Hintergrund kamen mögliche Parallelen zum digitalen Aufbruch der jüngeren Zeit und deren besondere Herausforderungen zur Sprache.

Moderiert wurde die Diskussion von Knut Cordsen vom Bayerischen Rundfunk. ARD-alpha strahlte die Veranstaltung in der Sendung „DENKZEIT“ am 29.07.2017 aus.

Bild und Text: Sabine Stempfle