Reformationsjubiläum in Bayern
Das Reformationsjahr in der Waldkirche Planegg

Die Kirchengemeinde Planegg hat im Jahr 2017 ein umfangreiches Programm im Rahmen des Reformationsjubiläums organisiert und in Kooperation mit den benachbarten Kirchengemeinden, den katholischen Pfarreien und dem Augustiner-Kloster Maria Eich durchgeführt.

Insgesamt können die Veranstaltungen als großer Erfolg gewertet werden. Viele Menschen haben unsere Veranstaltungen besucht und an den Vorträgen, Gottesdiensten und Veranstaltungen teilgenommen. Es hat sich gezeigt, dass es sinnvoll war, dass die benachbarten Kirchengemeinden des Würmtals ihre Veranstaltungen in einem gemeinsamen Flyer beworben haben. Auf diese Weise war es möglich, dass immer wieder Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den einzelnen Kirchengemeinden Veranstaltungen der jeweils anderen Kirchengemeinden besucht haben.

Die Vorträge wurden insgesamt sehr gut besucht. Besonders hervorzuheben waren die Vorträge von Alt-Bischof Johannes Friedrich zur neuen Luther-Bibel, von Prof. Dr. Reiner Anselm zur evangelischen Ethik, von Prof. Dr. Stubenrauch und Prof. Dr. Lauster zu Zukunft zur Ökumene und von mir selbst zu Neuerscheinungen zu Martin Luther. An diesen Veranstaltungen nahmen zwischen 50 und 80 Gäste teil. Gerade im bildungsbürgerlich geprägten Würmtal sind über klassische Vorträge immer noch sehr viele Menschen erreichbar und auch ansprechbar. Bedauerlich war, dass die hochkarätig besetzte und inhaltlich hervorragende Podiumsdiskussion „Evangelisches Unternehmertum“ mit dem Verleger des Münchner Merkur Dirk Ippen leider nur von ca. 25 Personen besucht wurde. Woran dies lag, ist mir nach wie vor nicht ersichtlich – möglicherweise am sommerlichen Wetter.

Besonders bewegend und auch hervorragend besucht waren die Veranstaltungen, die wir gemeinsam mit dem benachbarten Augustiner-Kloster Maria Eich organisiert hatten. Die Mönche entdecken zur Zeit ihren „Mitbruder“ Martin Luther wieder und haben ihn in den Mittelpunkt zahlreicher Veranstaltungen gestellt. Da das Augustiner-Kloster Maria Eich ein Wallfahrtsort ist, zieht es zahlreiche Menschen auch jenseits unserer Gemeindegrenzen an sich. Die ökumenische Maiandacht, bei der ich predigen durfte, wurde von ca. 300 Personen besucht und war ein wirkliches Highlight, mit dem wir gar nicht gerechnet hatten. Auch das ökumenische Agapemahl wurde von ca. 80 Personen besucht und war eine wunderbare Erfahrung, aus der wir gerne eine
Tradition erwachsen lassen möchten.

Die zahlreichen Gottesdienste wurden ebenfalls in der Öffentlich sehr stark wahrgenommen und gut besucht. Gerade die Verbindung von Musik und Gottesdienst ist hier sehr hilfreich und hat viele Menschen angezogen.

Der Höhepunkt war sicherlich der Gottesdienst am 31. Oktober in der Waldkirche, der von ca. 600 Menschen besucht wurde. Ähnliche Besucherzahlen erreichen wir nur am Hlg. Abend. In diesem musikalischen Abendmahlsgottesdienst herrschte eine sehr konzentrierte und bewegte Stimmung. Die Menschen waren sehr berührt. Er war damit ein sehr wichtiges und gelungenes Zeichen in der Öffentlichkeit, der auch viele Menschen anderer Konfessionen angezogen hat.

Der ökumenische Familiengottesdienst auf dem Planegger Marktplatz war ein schönes Erlebnis. Der erhoffte Effekt, durch das bewusste Feiern auf einem Marktplatz auch andere Zielgruppen anzusprechen, ist uns allerdings nicht gelungen.

Insgesamt kann ich die Veranstaltungsreihe als sehr gelungen bezeichnen. Wir konnten damit die Relevanz unseres Glaubens und unserer Themen in der Öffentlichkeit deutlich machen und auch viele Menschen jenseits unserer eigentlichen Zielgruppen ansprechen.

Wie schon in den vergangenen Jahren werden wir auch in Zukunft am 31. Oktober einen festlichen Gottesdienst feiern. Sollte es tatsächlich dazu kommen, dass der 31. Oktober ein Feiertag würde, so wäre dies aus meiner Sicht besser zu vertreten als ein Beharren auf einer Wiedereinführung des Buß- und Bettags. Beide Feiertag (wieder-)einzuführen wird ja nicht möglich sein.

Pfr. Bernhard Liess