Reformationsjubiläum in Bayern
Kegi Soweto und Roy Moke vor der Thesentür.
Kegi und Roy, sechs Tage, vier Lutherstätten und ‚große Deutsche‘
Neu-Ulm 22. bis 27. März 2017

Kegi Soweto und Roy Moke aus der Partnerschaftsbegegnung Asaroka, Papua-Neuguinea, kamen vom 22.-27. März 2017 nach Deutschland, um sich auf Spuren von Kirche, Kunst und Kultur zu begeben.

An den sechs Tagen haben die beiden die Lutherstätten in Erfurt, Eisleben, Wittenberg und Torgau besucht und sind ‚großen Deutschen‘ begegnet: Goethe, Schiller (Weimar), Bach und der Kirchenmusik (Leipzig), aber auch August Hermann Francke und seinem Einsatz für benachteiligte Jugendliche (Halle). Wichtig war für sie die Begegnung mit Katharina, Luthers Ehefrau (der Grabstein in der Stadtkirche St. Marien in Torgau und die Ruinen des Klosters in Nimbschen). Sie haben auch von der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts viel mitbekommen, den großen Zerstörungen des 2. Weltkrieges (Dresden) und der friedlichen Revolution 1989 (Leipzig). Die begleitende Pfarrerin Marion Abendroth drückt das wie folgt aus: „Ich habe den Eindruck gewonnen, dass sich ihr Deutschlandbild vertieft hat“.

Reformation als Teamwork

Sie begriffen Reformation als Teamwork, besonders in Wittenberg konnten sie wahrnehmen, dass die Reformation nicht die charismatische Tat Luthers allein war, sondern dass viele Kirchenmänner, Politiker, Künstler, Buchdrucker, engagierte Bürger und besonders auch Frauen diese Bewegung voranbrachten. Auf der Fahrt sahen sie auch den Film „Katharina Luther“ der Regisseurin Julia von Heinz, wobei ihnen die Dialoge übersetzt wurden. Beide waren sehr beeindruckt. Katharina sei in ihrer zupackenden Art der Hausfrau und Landwirtin näher an der Rolle der Frauen in Papua-Neuguinea dran.

Von Rosen, Steinen und Denkmälern

Roy Moke ließ sich in Leipzig mit einem Steinquader aus einer Hausmauer fotografieren. Für ihn Symbol für die harte Arbeit der Menschen in Deutschland. Die Lutherrosen, die in Papuga-Neuguinea unter den evangelischen Christen das evangelische Symbol sind, haben sie an vielen verschiedenen Orten entdeckt: In den Chorfenstern der Augustinerkirche Erfurt, aus Stein in Kirchen, auf Grabsteinen oder als Bodenplatten. Das wichtigste sei es „für unsere neuguinesischen Freunde aber, am Grab Martin Luthers zu stehen, und es mit der Hand zu berühren“. Ebenso berührt waren sie von vielen Lutherdenkmälern.

Nachgespräch

Am 29.03.2017 fand im Petrussaal unter der Neu-Ulmer Petruskirche ein Nachgespräch statt als Austausch über das Erlebte innerhalb der Kulturreise zu den Lutherstätten mit Halle, Leipzig und Dresden im März 2017. Nach Begrüßung und Kurz-Andacht wurden Impressionen gezeigt und im Rückblick entstand ein Austausch über das Erlebte. Interessante Eindrücke und Fragen wurden offenbar.

Entwicklungen, Aussichten, Handlungsbedarf

Wenn Pfarrerin Marion Abendroth auf 30 Jahre Kirchengeschichte in Offenhausen zurückblickt, hätte sich da allerhand entwickelt: Kindergärten, Jugendgruppen, Konfirmandenarbeit, Seniorenkreise – für jeden Lebensbereich gäbe es etwas, vor allem sozial. „Dieser ‚Verein Kirche‘ ist so wichtig. Da müssen wir weitermachen. vor allem mit der Kinderarbeit. In Offenhausen gibt es nicht mehr viel Vereine und Gemeinschaften.“ Und „früher durften wir Laien nicht das Evangelium lesen. Das hat sich geändert.“ Als Kirche müssten wir uns immer wieder selbst reformieren. Immer wieder neu versuchen, die Sprache der Leute zu sprechen. Hierbei solle die Kirche sich nicht um besondere ‚Events‘ kümmern, sondern vielmehr sehen, dass die Spiritualität nicht verloren ginge.

In Bezug auf die Kirchen Papua-Neuguinea und Deutschland und die Frage, an welchen Stellen die Kirche immer wieder die Impulse der Reformation bräuchte, stellt Kegi Soweto fest: „Die Herausforderung für unsere Kirche lautet: Bildung!“; ergänzt durch Roy Moke: „Bildung in den Familien“. Bei der Kirche in Deutschland hätte sich schon viel verändert, beispielsweise beim Abendmahl. Früher ernster und strenger gehandhabt, sei das heute ‚einfacher‘, das gefalle besser. Die Kirche strahle aus, wenn sie in Richtung soziale Dienste sichtbar würde, so als praktizierte Nächstenliebe. Insgesamt säßen die Christen hier und dort, in Papua-Neuguinea und in Deutschland, in ‚einem Boot‘.

Eindrücke von der Reise finden Sie in der unten stehenden Bildergalerie.

Text: Diana Schmid, Fotos: Marion Abendroth

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