Reformationsjubiläum in Bayern
„Banana shake“

Am 19. Juli machte sich unsere mutige Schar von Konfis und Teamern mit allerlei Gepäck auf den Weg in das ferne und fremde Wittenberg. Der Auftrag war klar – auf den Spuren der Reformation neue Wege im eigenen Glauben finden.

Schon der erste Tag stellte uns vor neue Herausforderungen. Es galt exotische Tänze zu lernen, die Geheimnisse der Mülltrennung zu entschlüsseln und nicht zuletzt sich in gemeinschaftlichen Zelten einzurichten. Unter anderem wurden die Konfis in das geheime Ritual des „Banana shake“ eingeweiht, eines Tanzes, den jeder, der ihn kennt, beim Ruf „Banana shake unite“ durchführen musste.

Nach einer gemeinschaftlichen Andacht wollten Konfis wie Teamer schon die erste Nacht in Schlafsäcken begehen, als Sirenen durch den Zeltplatz gellten. Ein Sturm zog auf den Zeltplatz zu und so entschloss man sich alle Konfis in nahe gelegene Schulen zu evakuieren. Geordnet und diszipliniert rückten also alle 800 Konfis aus ganz Deutschland aus ihrem Zeltplatz aus. Von einer solchen Disziplin eingeschüchtert, vergaß das befürchtete Unwetter loszubrechen und so konnten sich unsere Konfis schon 15 Minuten nach dem Eintreffen an der Schule wieder auf den Weg zurück ins Zeltlager machen.

Vom Wetter unbeeindruckt, aber etwas verschlafen, machten sich unsere Konfis am ersten Tag daran sich der ersten Themeneinheit zu stellen. Auf dem Programm standen Pauline und die Frage, wie sehr Noten und Leistung unser Selbstwertgefühl beeinflussen. Das Konficamp bot jeden Tag eine Figur im Alter der Konfis an, anhand derer sie Fragen aus ihrem Alltagsleben mit den biblischen Botschaften in Beziehung bringen konnten.

Der Nachmittag gehörte den Workshops, diese reichten von Kräuterwanderungen über Tanzkurse bis hin zu Bibelgesprächskreisen. Es fand sich also für jeden etwas und für völlig Erschöpfte gab es den „chill out Kurs“, in dem man bei entspannter Musik einfach mal reden konnte. Bei guter Stimmung ging es am zweiten Tag ins Volleyballturnier, bei welchem unsere Konfis nach einem spannenden Finale den zweiten Platz belegten und den Preis für die motiviertesten Fans abräumten. Der Tag klang schließlich mit einer gemeinsamen Andacht und den Klängen von „bless the lord my soul“ aus. Dem Lied, das auf dem Camp bei keiner spirituellen Veranstaltung fehlen durfte. Der dritte Tag stand im Zeichen eines Ausflugs in die Innenstadt von Wittenberg. Im dortigen Lutherpanorama wurde die Zeit Luthers noch einmal eindrucksvoll lebendig, bot es dem Betrachter doch das
Gefühl selbst in die Zeit um 1517 einzutauchen.

Danach besuchten wir die Ausstellung „Luther und die Avantgarde“, in der zeitgenössische Künstler den Versuch unternahmen, die Reformation in moderne Kunst zu hüllen. Ein beeindruckendes Ensemble, das bei manch einem Vikar dazu führte, dass er die Zeit vergaß und plötzlich die Konfigruppe suchen musste. Nach einer Andacht in der Schlosskirche ging es zurück ins Camp, wo schließlich die Konfiparty im Großzelt auf unsere Gruppe wartete. Nach anfänglichen Diskussionen über die Musik sprang der Funke doch über und viele Konfirmanden gingen an diesem Abend nur schweren Herzens ins Bett.

Zum Abschied feierten alle einen gemeinsamen Abschlussgottesdienst. So blieb schließlich am fünften Tag nur noch übrig den Zeltplatz zu reinigen, die eigene Wäsche und die vielen Erinnerungen einzupacken und sich nach einem Reisesegen wieder auf den Weg zu machen. Nach fünf Stunden Fahrt und einem Aufenthalt bei Burger King erreichte unsere mutige Schar wieder die Erlöserkirche. Mit vielen schönen Erinnerungen, guten Gedanken, einem Ohrwurm von „bless the lord my soul“ und vereint im Ruf „BANANA SHAKE UNITE“!

© Rüdiger Popp