Reformationsjubiläum in Bayern
Aktionswoche: Theater, Thesentor und Talar
Gilching 23. bis 27. Oktober 2017

Am Christoph-Probst-Gymnasium Gilching fand anlässlich des 500. Reformationsjubiläums vom 23. bis 27. Oktober 2017 eine Aktionswoche statt. Die reformatorische Botschaft sollte verdeutlicht, das Zeitalter der Reformation, deren Hintergründe und Auswirkungen hinterleuchtet werden. Die Schüler des naturwissenschaftlich-technologischen und sprachlich ausgerichteten Gymnasiums konnten in dieser Aktionswoche aus dem Vollen schöpfen, um zu verstehen, wie Luthers Erneuerungen bis heute in Kirche, den Glauben und die Gesellschaft fortwirken.

Der Name ist Programm: Aktionswoche bietet spannende Inhalte

Das Reformationsjubiläum wurde im Schulhaus deutlich sichtbar: Unter anderem konnte eine große Ausstellung besucht werden, die neben zahlreichen Schülerbeiträgen aus verschiedenen Fachrichtungen und Jahrgangsstufen auch eine Bücherecke sowie das Material der externen Poster-Ausstellung „Here I stand“ umfasste.“ Ausstellungsbegleitend gab es die Rallye „Lutherbound“. Diese konnte via einer „App“ auf Smarthphone oder Tablet gespielt werden, indem QR-Codes der Ausstellung einfach gescannt wurden. Auf dem Pausenhof wurde ein Thesentor installiert. Gleich der Montag war als Thementag dem Ablass und der Rechtfertigung“ gewidmet und richtete sich an alle Klassen. Der Mittwoch wartete mit dem Theaterstück „Katharina, Lutherin zu Wittenberg“ auf und nahm insbesondere die achten Klassen in den Fokus. Den feierlichen Abschluss der Aktionswoche bildete am Freitag der Reformationsgottesdienst, der die ersten beiden Unterrichtsstunden belegte. Er lud alle Schüler, Lehrkräfte und Eltern gleichermaßen ein.

Thementag „Ablass und Rechtfertigung“

Die Lehrer gaben ihren Schülern an jenem Tag einiges mehr an Hausaufgaben auf als sonst. Die Schüler selbst konnten den ganzen Unterrichts-Vormittag über „Hausaufgaben-Erlass-Scheine“ erwerben. Gegenleistung waren etwa Liegestütze, Gedicht aufsagen oder eine Zahlung von 50 Cent. Damit glaubten sie, ihre Hausaufgaben erlassen zu bekommen, wie die Menschen aus dem Mittelalter durch diese Scheine ihre Sünden teilweise erlassen bekommen wollten und fest daran glaubten. Beide konnten zum Zeitpunkt des Erwerbs nichts von der Wertlosigkeit dieser Zettel wissen. So gingen Schüler der Schülervertretung vormittags durch die Klassen, um die Zettel zu verkaufen, und in den Pausen gab es eigens Verkaufsstände dafür.

Mittags löste der Schulleiter mit einer Durchsage das Geschehen auf. Er stellte Bezüge zum Mittelalter her, ging auf heutige gefühlte Belastungen durch Hausaufgaben ein. Am Ende seiner Durchsage erließ er die Hausaufgaben an diesem Tag für alle, egal, ob sie etwas dafür getan hatten oder nicht. Den Schülern wurde eindrücklich vor Augen geführt, dass nach Luther allein die Gnade und Liebe Gottes den Menschen gerecht macht. Ein kurzer Erklärfilm zur Reformation und Rechtfertigung rundete diesen Aktionstag ab.

Theater, Thesentor und Talar

Im Schulhof war ein großes Holztor, das „Thesentor“ aufgestellt. An dieses konnten Schüler ihre eigenen Thesen anschlagen: Themen, die ihnen für das religiöse oder gesellschaftliche Leben wichtig sind. Da sich eine achte Klasse bereits im Vorfeld damit beschäftigt hatte, waren bereits ordentlich vorbereitete, laminierte und somit wetterfeste Thesen angebracht. Doch auch die handschriftlich ergänzten Thesen trotzten Witterungsverhältnissen, blieben lesbar und luden zur Diskussion ein. Etwa „Anpacken, nicht granteln“. Oder: „Auch wenn Gott dich immer lieben wird, egal was passiert, höre nie auf, an Gott und die zehn Gebote zu glauben!“

Einen Höhepunkt bildete sicherlich die Aufführung des Theaterstücks „Katharina – Lutherin zu Wittenberg“. Das Ein-Personen-Stück von und mit Mirjana Angelina wollte die wichtigsten Stationen im Leben von Katharina von Bora umreißen und ihre Bedeutung an der Seite Luthers anstrahlen. Ein ökumenischer Gottesdienst bildete den feierlichen Abschluss der Aktionswoche. Dieser fand am 27.10.2107 morgens in der Kirche St. Johannes anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 statt. Er belegte die ersten beiden Unterrichtsstunden und lud alle ein, Schüler, Lehrkräfte und Eltern gleichermaßen.

Und was sagen die Schüler?

Irgendwie scheinen die Schüler auf das nächste Reformationsjubiläum zu setzen. Sie sprachen viel Lob aus und machten hier und da auch einen Verbesserungsvorschlag, was sie sich fürs nächste Mal wünschen. Aus den Feedback-Zetteln „Meine Eindrücke von der Ausstellung zur Reformation am CPG“ geht jede Menge Begeisterung hervor. Auf einem steht „Luther ist voll Cool“, ein anderer berichtet „Ich weiß jetzt viel mehr über Luther und das Christentum“. Dann: „Es hat Spaß gemacht“ – „Es sollte mehr Kopfhörer geben“ – „Nächstes Mal Blätter statt Handy“ – „Film war zu leise“ – „Leider können nicht alle auf einmal den Film sehen“ – „Ich konnte auch nicht alles ansehen, weil zu viele Leute davorstanden“.

„Wir haben sehr viel über Luther gelernt und wie er gelebt hat“ – „Bilder zum Ausmalen waren sehr toll“ – „Nächstes Mal lieber ein Blatt mit Fragen kriegen, so können mehr mitmachen“. Einer bescheinigt auch, dass das ganze ohne Handy cool für ihn gewesen sei, da er Freunde getroffen und viel über Luther erfahren hätte. Genau so hatten die Macher das wohl auch bezweckt. Auch Wände, Figuren und Fotobox fanden scheinbar guten Anklang.

Zugabe: Weil’s so schön war, noch ein paar weitere O-Töne

„Ich fand, das Quiz war ganz cool (…) wären gerne länger dort geblieben.“

„Ich fand die Idee mit der Handy-App sehr bezaubernd, weil so auch das Interesse der jungen Leute geweckt wird.“

Maxi und Quirin

„Die Ausstellung war sehr cool. Weil es extra eine App dafür gab. Gut gestaltete lustige Extras.

„Sehr interessante Texte und schöne Bilder.“

Jannis und Moritz

Dann zeigt einer der Zettel noch ein gemaltes Herz mit Strahlen drum herum. Von einem anderen Zettel lacht ein strahlender Smiley entgegen, der seinen Daumen anerkennend in die Höhe streckt. Sei es mit der Sonne rund ums Herz oder dem lachend-lobenden Smiley: Die Aktionswoche rund um das Reformationsjubiläum hat bei den Schülern wohl Spuren hinterlassen und das Vermächtnis der Reformation strahlt weiter ins Hier und Heute, in das Alltagsleben der Schüler hinein.

 

Text: Diana Schmid

Bilder: Christoph-Probst-Gymnasium Gilching


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