Reformationsjubiläum in Bayern
500 Jahre Reformation - Konfirmandentag

Martin Luthers Botschaft auf die Spur kommen, das versuchten 200 Konfirmanden und Konfirmandinnen aus dem gesamten evangelischen Dekanat Kitzingen in Mainbernheim. Etwa 60 verkleidete Darsteller bildeten den historischen Rahmen und versetzten die Stadt an diesem Tag zurück ins Mittelalter. Das 6-stündige Reformationsspiel war Auftakt für das Jubiläumsjahr. Spannende Schwertkämpfe der reenactment-Gruppe „Fränkische Flanke“, die als Adlige ihre Pfründe verteidigten, gehörten ebenso dazu wie die Übersetzung von Bibeltexten und ihre Deutung. Luther sprach sich in seinen 95 Thesen unter anderem gegen den geschäftsmäßigen Handel mit Ablassbriefen aus. Begonnen hatte alles am Morgen als die Stimme des Dominikanermönches und Ablasspredigers Johann Tetzel über den Marktplatz von Mainbernheim schallte. Ein mächtiger Streit entwickelte sich zwischen den Anhängern Luthers in der Frage über den Weg in den Himmel. Zuletzt ließ Bürgermeister Peter Kraus den Platz durch die Büttel räumen. Höhepunkt waren die vielen modernen Thesen, mit denen die Jugendlichen ihre Sicht auf die Kirche wiedergaben. Zum Beispiel „Wir brauchen kein Geld für die Erlösung zahlen, das macht Gott allein durch seine Liebe“

Das Konzept für dieses Spiel war 2014 erstmalig durch ein Vorbereitungsteam um Pfarrer Hanstein entwickelt worden. Nach dem großen Erfolg wurde für 2016 eine Fortsetzung vereinbart.

Für die passende Musik im Spiel und dem abschließenden Gottesdienst in der Kirche von Mainbernheim sorgt die Musikgruppe Hadeloga mit mittelalterlichen Instrumenten.

Etwa 70 Mitarbeiter des evangelischen Jugendwerks, des gesamten Pfarrkapitels und weitere Beteiligte sorgen an diesem Tag für eine mittelalterliche Spielkulisse, die durch die Gebäude und Mauern von Mainbernheim bestens ergänzt wurde.

Die Konfirmandinnen und Konfirmanden wurden dabei direkt in die Handlung einbezogen und trugen durch ihre Lösungen zu neuen Wendungen des Geschehens bei. Die Teilnehmenden wurden in Gruppen nach Kirchengemeinden eingeteilt. Jede Gruppe wurde von einem Gruppenleiter begleitet. Er hatte die Aufgabe, den Konfirmanden in allen Spielphasen beizustehen, ihnen aber nicht die Arbeit abzunehmen. Die Gruppen waren von Ferne durch Fahnen in entsprechender Farbe und Ziffer erkennbar.

Je 5 Gruppen einer Farbe starteten zu Spielbeginn in einem Themenbereich. Dort konnten sie sich frei bewegen und entscheiden, wie sie vorgehen wollten. Innerhalb dieses Themenbereiches nahm das Spiel bewusst Abstand von einem festgelegten Stationen-Lauf. Nach etwa 1,5 Stunden läuteten die Kirchenglocken als Signal für alle Gruppen, den Themenbereich zu wechseln. Auf diese Weise rotierten die 3 Farbgruppen durch alle Themenbereiche. Zum Abschluss wurde mit einzelnen Darstellern ein etwa einstündiger Gottesdienst gefeiert, in dem Erarbeitetes und Gefundenes aufgenommen wurde und alle Teilnehmer in die Jetzt-Zeit zurückkehrten.

Fazit

Das Spiel ist mehr als ein Workshop. Die Grenzen zwischen Darstellern und Teilnehmern verwischen. Besonders war das Engagement: alle Pfarrer und Pfarrerinnen haben mitgearbeitet, viele Mitarbeiterinnen aus den Kirchengemeinden erlebten zusammen mit den erfahrenen Mitarbeitern aus dem Evangelischen Freizeitenwerk einen großartigen Tag. Und auch von Seiten der Konfirmanden und Konfirmandinnen gab es viele positive Feedbacks. Auch die Fortsetzung des Konfirmanden-Tages war wieder ein voller Erfolg für das Dekanat Kitzingen.

Hanspeter Kern, Dekan